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Schug, Wolfgang
415 |

„Angeber haben mehr vom Leben“ oder „Lügen, wie ein Zahnarzt“

Zur Inhaltsdeutung von Quacksalberbildern in der niederländischen Genremalerei des 17. Jahrhunderts

Bilder medizinischen Inhalts waren in der niederländischen Malerei weit verbreitet, man denke nur an die Anatomiedarstellungen Rembrandts. Im 17. Jahrhundert konnte sich in der niederländischen Genremalerei eine ganz eigene Bildgattung etablieren, die ärztliche Behandlungen zum Inhalt hat. So bildet auch das zahnärztliche Sujet keine Seltenheit innerhalb des erhaltenen Bildbestandes.

Damals herrschte besonders unter den Zahnbehandlern Neid und Zwist und jeder argwöhnte, dass bei bekannt werden ihres ohnehin geringen medizinischen Wissens die Kollegen sich dieses aneignen und man sich damit unliebsame Konkurrenz machen könnte. Daher fand sich kaum jemand bereit, eine auch nur annähernd ausreichende Lehrtätigkeit auszuüben. Die...

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Rainer, Ulrike
414 |

VIER JAHRE ZU SPĂ„T

Kritik zu Mary L. Trump, Ph.D.: Too Much and Never Enough. How my Family Created The World’s Most Dangerous Man.

Wie schrieb der legendäre Liedermacher Woody Guthrie 1954, als er das Pech hatte, in einer Wohnung der Beach Heaven Apartments unterzukommen, die dem alten Fred Trump gehörte:

„Old Man Trump“ / Ich nehme an, / dass der Old Man Trump genau weiß / Wie viel Rassenhass / er im Bluttopf des / menschlichen Herzens / aufrührte, / Als er eine Farblinie zog / Hier in seinem Beach Heaven Familienprojekt./

Eigentlich ein guter Anfang für die Familiengeschichte, oder eher für das Familiendrama, das Mary, die Nichte des gegenwärtigen Besetzers des Weißen Hauses, erzählt. Da ist der grausame, tyrannische und egoistische Vater Fred, Sr., der nichts lieber tut, als andere Menschen, besonders seine Kinder, zu erniedrigen. Seine Frau, die kränkliche und...

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Sollors, Werner
413 |

Edward Steichen in MĂĽnchen:

>>Wir alle – The Family of Man<< in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, 1955

Vor 65 Jahren, vom 19. November bis 18. Dezember 1955, wurde die von Edward Steichen zusammengestellte Foto-Ausstellung The Family of Man, die im Januar des gleichen Jahres im Museum of Modern Art (MoMA) New York mit großem Erfolg eröffnet worden war, unter dem Doppeltitel The Family of Man – Wir alle in München gezeigt.

1955: Es war zehn Jahre nach Kriegsende; in Bayern gab es 45 Zeitungsverlage mit Vollredaktionen; an der Münchner Universität waren 12.000 Studenten immatrikuliert, mehr als je zuvor, darunter ein einziger aus der Ostzone; im Oktober kamen 10.000 Kriegsgefangene aus der Sowjetunion nach Deutschland zurück, und die am Münchner Hauptbahnhof Ankommenden wurden von einer Menschenmenge willkommen geheißen; im Münchener...

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Kiss, Endre
412 |

DER DOPPELTE KOSMOS DES ALEXANDER VON HUMBOLDT

Essay ĂĽber einige Aspekte der Hausgeheimnisse des klassischen Idealismus und ĂĽber die Entstehung einer Philosophie des Konkreten

Der klassische Idealismus, den wir als einen Gesamtprozess von Kants Kritizismus und von postkantianischer Spekulation interpretieren, ist gewiss ein mainstream, ein breiter Weg der Wissenschaft, wie dies Kant an einer Stelle genannt hat. Selbst dieser mainstream weist aber sehr markante und bedeutende Satelliten auf, die sich offensichtlich nicht in die Prozesse der Hauptströmung hineinzwingen lassen, die man aber aus mehreren Gründen auch nicht vernachlässigen darf. Diese Gründe sind traditionell vielfältig. Es geht um die Frage nach der wirklichen Einheit der philosophischen Prozesse, es geht um diverse Wechselwirkungen, es geht um polemische Positionen und letztlich geht es um die stete historische Gleichzeitigkeit von Anstrengungen,...

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Rainer, Ulrike
411 |

John Bolton – Ein Mann von gestern

Ein Blick hinter die Kulissen einer finsteren Macht

Manches Mal sollte man sich ins Feindeslager begeben, auch wenn man danach am liebsten stundenlang unter der Dusche stehen möchte, um den Dreck wegzuschrubben. So geschehen bei der Lektüre von John Boltons sogenannten Memoiren. Wenn man bedenkt, dass der Mann gerade einmal siebzehn Monate als National Security Advisor unter Trump im Amt war, dann staunt man, dass das Buch satte 494 Seiten hat, und mit dem ausführlichen Register sogar auf 577 Seiten kommt. Auf den zweiten Blick wird aber dann klar, warum das so ist. Wenn in fast jedem Satz es um ICH geht und kräftig ins eigene Horn geblasen wird, füllen sich die Seiten wie von selbst. Der Mann hätte von einem guten Lektor profitieren können, denn es gibt auch viel zu viele Wiederholungen.

I...

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Rainer, Ulrike
410 |

Rassismus in den USA

DĂ©jĂ  vu oder brauchen wir wirklich noch eine weitere Kommission?

Wenn ich mir die Bilder anschaue, überkommt mich ein Gefühl von Resignation, um nicht zu sagen von Hoffnungslosigkeit. Das hatten wir doch schon alles. Im Sommer 1965 unterzeichnete Präsident Lyndon B. Johnson den Voting Rights Act.

Ein paar Tage später stand Watts in Flammen. Der Zünder war eine massive Polizeiaktion wegen einer Kleinigkeit. Viertausend Menschen wurden verhaftet und vierunddreißig starben. Damals sorgte die Polizei in Los Angeles effektiv dafür, dass Afro-Amerikaner keine Arbeit bekamen: Für eine geringfügige Verkehrssünde drohte Verhaftung und damit eine Anzeige. Der oder die Betroffenen waren nun vorbestraft und dadurch zu ewiger Arbeitslosigkeit verdammt. Zwei Jahre später blockierten tausende von Polizisten und...

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Rave, Marion
409 |

Der BĂĽcherwurm und seine hungrigen Geschwister

Als Bücherwürmer werden ja gemeinhin die Menschen bezeichnet, die sich hartnäckig und systematisch durch ein Buch nach dem anderen fräsen. In zahlreichen Cartoons wird der Bücherwurm als possierliches, bebrilltes Kerlchen dargestellt, fröhlich winkend aus dem gerade zerstörten Werk. Aber gibt es das wirklich? Schädlinge, die sich durch ganze Regalmeter fressen, eine tunnelförmige Spur der Verwüstung hinterlassend? Einen hochspezialisierten Bücherwurm findet man nicht in der Welt der mitunter lästigen Kleintiere, dafür aber diverse andere Tiere, die durchaus Interesse an gepresster Zellulose, Leim und Leder haben. Niedlich sind sie meistens nicht und der angerichtete Schaden reicht von lästig bis immens, besonders bei größeren und nicht...

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Helga Schubert und der Bachmann-Preis, meine GroĂźtante Hanna und ich

Als ich unter den Autoren und Autorinnen, die beim diesjährigen Bachmann-Wettbewerb lesen würden, auch Helga Schubert fand, war ich überrascht. Nicht nur, weil die Autorin mittlerweile 80 Jahre alt ist, sondern vor allem deshalb, weil ich von ihr bereits in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts erste Texte gelesen hatte. Die Autorin gehörte zu den drei Helgas, Helga Königsdorf, Helga Schütz und sie, die ich damals neben Christa Wolf, Brigitte Reimann, Irmtraud Morgner und Maxie Wander gern las, weil sie stärker über die weibliche als die männliche Seite der Welt schrieben. Die interessierte mich damals mehr, entsprach auch eher meiner eigenen Befindlichkeit in der DDR.

Jahrzehnte hatte ich nichts mehr von Helga Schubert gehört oder...

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Layne, Priscilla
407 |

UNLIKELY COUSINS

Inszenierungen von Blackness in deutschen Hip Hop- und antirassistischen Skinhead-Szenen

In diesem Beitrag möchte ich mich mit zwei deutschen Szenen auseinandersetzen, die sich beide jeweils rund um musikalische Genres entwickelt haben, die in Kulturen der afrikanischen Diaspora verwurzelt sind: HipHop- und antirassistische Skinhead-Szenen. Oberflächlich betrachtet erscheint es kaum möglich, deutsche HipHop-Fans und antirassistische Skinheads in Einklang zu bringen. Dabei gibt es in den Vereinigten Staaten auffallende stilistische Überschneidungen der Szenen, beispielsweise Skinheads, die HipHop hören, Baggy-Kleidung und Sporttrikots tragen. In Deutschland scheint es zwischen antirassistischen Skinheads und HipHop-Fans keinerlei Verbindung zu geben. Sie kleiden sich unterschiedlich, hören unterschiedliche Musikgenres und...

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EINE REISE NACH CZERNOWITZ

Im Mai 1973 besuchte ich mit einem Freund den Dichter Peter Garstecki in Barth, einer kleinen Stadt an der Ostsee. Auf dem winzigen Balkon der von Garstecki und seiner Familie bewohnten Neubauwohnung las ich erstmals Gedichte von Paul Celan, nachdem uns der Gastgeber von seinem Lieblingsdichter Celan und der kurzen Begegnung mit ihm erzählt und mich neugierig auf dessen Lyrik gemacht hatte. Ich begann zu lesen und versank alsbald in die mir unbekannte, fremdartige und faszinierende Lyrik Celans. Zum ersten Mal las ich auch den Namen Czernowitz, Geburtsstadt Celans, in der seine Lyrik ihren Anfang genommen hatte. Jahre später begegnete ich ersten Gedichten von Rose Ausländer und Selma Meerbaum-Eisinger, und beide Lyrikerinnen waren ebenfalls...

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