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Weltterrorismus im Gewande demokratischer Gesinnung.

Ein offener Brief an die ›Allianz der Willigen‹

 

von Hamid Reza Yousefi

 

Der interkulturelle Philosoph, Friedens- und Konfliktforscher Dr. Hamid Reza Yousefi, geb. 1967, wendet sich in einem offenen Brief an die Weltöffentlichkeit und manifestiert seine Besorgnis über die mentale Kriegsvorbereitung gegen den Iran. Yousefi ist Verfasser zahlreicher Bücher auf dem Gebiet der Toleranz- und Kommunikationsforschung.

 

Der illegale und völkerrechtswidrige Einmarsch der Kriegsalliierten in den Irak und die mentalen Kriegsvorbereitungen gegen den Iran geben Anlaß zur Sorge. Ich sehe diese Politik äußerst kritisch und verurteile sie als einen Akt der Barbarei: Wie manche Terroristen, die seit einigen Jahren im Namen Allahs morden und meinen, im Besitz des Islam zu sein, so führt die ›Allianz der Willigen‹ Kriege und mordet seit Beginn des 20. Jahrhunderts im Namen der Demokratie.

Vielleicht werden meine Ausführungen als eine Verschwörungstheorie angesehen, als zu vereinfacht, zu naiv, anti-westlich oder von jemandem herrührend, der alles über einen Kamm schert. Wer so denkt, läßt sich selbst und auch die Menschheit täuschen und belügen, denn es bedarf lediglich einer Darlegung der Fakten, die für sich sprechen und keinen Anwalt benötigen, der sie verteidigen müßte, um das Gegenteil zu beweisen. Es gilt, politische Heuchelei im Namen der Demokratie zu entlarven, denn die Menschheit hat nicht nur ein Recht darauf, die Kehrseite der Medaille genauer kennenzulernen, sondern auch zu wissen, warum es keine wahre Dialoge gegeben hat und warum interkulturelle Dialogbemühungen nicht den erhofften Erfolg erzielen können. In meinem neuesten Buch (Interkulturelles Denken oder Achse des Bösen, Nordhausen 2005) habe ich gezeigt, daß Islamismus und Imperialismus als größte Herausforderungen unserer Zeit zu betrachten sind.

Die USA haben Demokratie und Menschlichkeit de facto in Besitz genommen und streben deren Verbreitung als eine Art Weltbekehrung an. Während sie die Welt im wesentlichen amerikanisieren wollen, ist Westeuropa darauf bedacht, seine eigenen Grenzen zu erweitern, um die Welt zu europäisieren. Beide Unifizierungsbestrebungen gehen Hand in Hand und sind unzertrennlich mit einer strukturell physischen und psychischen Gewalt verbunden.

Im gesamten westlichen Kulturkreis, auch im eigenen Land wird die Wahrung von Menschenrechten, Menschenwürde und Toleranz gepredigt, was sehr gut und wichtig ist. Außerhalb der eigenen Grenzen aber werden diese Rechte mit Füßen getreten und die angeblich unantastbare Würde des Menschen wird vergewaltigt. Dort ist die Rede vom ›gerechten Krieg‹ oder von Gegensätzen wie dem ›Kampf des Guten gegen das Böse‹. Der völkerrechtswidrige Irak-Krieg ist ein Beispiel dafür, daß Macht und wirtschaftliche Dominanz die Sprache des Friedens in seiner Gesamtheit definieren. In Erwägung zu ziehen, ob der Andere vielleicht doch Recht haben könnte, ist offenbar nicht der Mühe wert und darf nicht gefordert werden, solange eigene Interessen gefährdet sind. Gegen Diktaturen wie die von Saddam Hussein wurde ein Verteufelungsdiskurs geführt, kaum aber wird darüber kritisch berichtet, daß er deshalb so groß werden konnte, weil er von den USA mit Raketen und von den Europäern mit chemischen Waffen gegen den Iran beliefert worden war. Die Bilanz des achtjährigen Krieges zwischen Iran und Irak sind mehrere Millionen Tote. Wer trägt die Schuld?

Die ›Allianz der Willigen‹ scheint vergessen zu wollen, daß es die zivilisierte Welt war, die sechs Millionen Juden vergast und verbrannt, Millionen Vietnamesen mit Napalm verstümmelt und verseucht hat; sie scheint vergessen zu wollen, daß sie die ersten Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen, in Chile geputscht, Zehntausende in den Tod geschickt und den Einheimischen in Südafrika das System der Apartheid aufgezwungen hat. Es war die zivilisierte Welt, die in nahezu sämtlichen Entwicklungsländern Diktaturen errichtete und sie mit Waffen versorgte. Es ist bekannt, daß Saddam Hussein, die Taliban, Osama Bin Laden und ähnliche Verbrecher Zöglinge der USA, des Westens waren. Die westliche Welt tritt immer als eine Einheit auf, deshalb muß sie auch für alle diese Schandtaten gemeinsam haften. Auf der weltpolitischen Bühne zeigen sich die westlichen Staaten bisweilen kritisch gegeneinander, hinter den Kulissen aber sind sie sich einig: Es geht schließlich um die gemeinsamen Interessen.

Der amerikanische Kardinal Francis Joseph Spellman hat den Vietnamkrieg aus folgendem Grund unterstützt: »Der Krieg in Vietnam ist nach meiner Meinung ein Krieg zur Verteidigung der Zivilisation. Es steht fest, daß wir ihn nicht gewollt haben. Es ist uns aufgezwungen worden. Wir können vor der Tyrannei nicht zurückweichen. ... Wir müssen siegen.« Die Rolle der USA in der Welt gleicht einer Willkürherrschaft, wenn an die Bombardements in Guatemala, Panama, Libyen, Kolumbien, Somalia, Palästina, Libanon, Irak, Bosnien, Serbien, Chile und Afghanistan gedacht wird. Der zu jenen Zeiten amtierende Außenminister Kissinger wurde dennoch mit einem Friedenspreis gewürdigt.

Nicht nur die aufgezählten neueren Ereignisse aus Politik und Geschichte sind ein Teil unserer von Leid und Schmerz gezeichneten Geschichte, die wir nicht verdrängen können, sondern auch zwei Weltkriege, die barbarische Judenverfolgung in Europa oder, noch weiter zurückliegend, der Völkermord der jungen USA an den indianischen Ureinwohnern. Kein Gericht hat bisher diesen Völkermord veurteilt. Diese Taten zeugen nicht von Humanität, Toleranz, Menschenrechten oder Demokratie. Um die Zukunft gemeinsam zu gestalten, müssen wir diese Tatsachen im Bewußtsein präsent halten und Konsequenzen ziehen, damit so etwas nie wieder passiert.

Es stellt sich die Frage nach der Legitimierung solcher Handlungen. Schon der Aufklärungsphilosoph Immanuel Kant hat das Schicksal des Fremden besiegelt und dessen Bild bis heute geprägt, auch wenn es sich um eine spekulative Aussage handelt: »In den heißen Ländern« schreibt er »reift der Mensch in allen Stücken früher, erreicht aber nicht die Vollkommenheit der temperierten Zonen. Die Menschheit ist in ihrer größten Vollkommenheit in der Race der Weißen. Die gelben Indianer haben ein geringeres Talent. Die Neger sind weit tiefer, und am tiefsten steht ein Teil der amerikanischen Völkerschaften.« Hegel macht noch abwertendere Aussagen und hält die Welt für das Eigentum des Westens. Was noch nicht von der westlichen Welt beherrscht wird, »ist entweder nicht der Mühe wert oder aber noch bestimmt, beherrscht zu werden«, sagte er.

In der Gegenwart werden eigene Handlungsweisen, ausgehend von der Primordialität der eigenen demokratischen Ideologie, als Meßlatte hypostasiert, verabsolutiert und mit fremden Handlungsweisen beliebig verglichen. Die Hermeneutik dieser Machtausübung agiert auf der Basis einer ›doppelten Anthropologie‹: Einer Anthropologie erster Ordnung, nämlich der eigenen, und einer zweiter Ordnung, nämlich der des Fremden. Die Anthropologie erster Ordnung ist stets auf paternalistische Bevormundung aus, paradoxerweise auch auf die Gefahr hin, daß sie sich dabei selbst schadet. Hier haben wir mit einer partikulären Anthropologie zu tun, die schon immer ein Problem der praktischen Politik war.

Das ›Eigene‹ und das ›Fremde‹ sind keine unüberbrückbaren Gegensätze, sondern Abstraktionen bzw. Projektionen. Es gibt weder ›den Eigenen‹ noch ›den Fremden‹. Der aus unserer Sicht gesehene ›Fremde‹ ist für sich ein ›Eigener‹ und jeder, der sich als ›Eigener‹ betrachtet, ist auch ein ›Anderer‹. Der Kulturwissenschaftler Hans Jürgen Heinrichs bezeichnet Ausdrücke wie ›das Eigene und das Fremde, der Europäer und der Fremde‹ als Erfindungen, als Identitätsfixierungen oder als Wunsch- und Negativbilder der sogenannten westlichen Zivilisation.

Die Geschichte Europas und der USA ist »eine Geschichte der Verzerrungen und Trugbilder. Der Barbar, der Wilde, der Teufel, der Jude: sie dienen der Herausbildung einer eigenen Identität. Die europäische und US-amerikanische Identität beruht auf der Fiktionalisierung und Idealisierung eines Menschenbildes, das sich am Gegenbild des Barbaren und Wilden, des Stammelnden, des Fremden konstruierte. Die Selbstüberheblichkeit wurde mit der Deformierung und der Unterwerfung des Anderen erkauft.«

Eine problematische Eigenschaft der westlichen Welt liegt in der Vorstellung, die Bedürfnisse des Anderen zu kennen, ohne daß diese von jenen je explizit ausgesprochen wurden. Auch herrscht immer noch die Vorstellung vor, andere Nationen nicht nur besser zu verstehen als diese sich selbst, sondern faktisch zu wissen, was für sie gut, besser oder am besten ist. Dieses elementare Hindernis des Dialogs der Kulturen hat seine Wurzeln in der expansionistischen Politik Europas und der USA und läßt sich bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen. Verstehen-Wollen und Verstanden-Werden-Wollen gehören in einem Dialog zusammen. Der europäische und der US-amerikanische Geist wollte und will jedoch nur verstanden werden, nicht aber verstehen. Alles wird von ihm geregelt, von der Wahrung der Menschenrechte bis hin zu den Rahmenbedingungen des Dialogs auf jedwedem Gebiet. Vor dem Beginn des Dialogs mit dem Anderen steht das Ergebnis schon fest. Es ist eine demokratische Schande, die Rahmenbedingungen des Dialogs in Wien, Brüssel und in Nordamerika zu bestimmen und andere Länder dazu zu zwingen, in diesem apriorisch bestimmten Rahmen zu agieren. Kommunikation auf dieser Grundlage ist repressiv, da sie mit Zuckerbrot und Peitsche erziehen will.

Zu dieser Vorgehensweise lassen sich in der Geschichte reichlich weitere Beispiele finden. Es ist ein Imperativ, daß alle Länder ihren Verpflichtungen auf nuklearem Gebiet nachkommen sollen, sie müssen aber auch von ihren Rechten profitieren können. Alle Länder, die – wie auch der Iran – den Atomsperrvertrag unterzeichnet haben, müssen das darin verbriefte Recht auf friedliche Nutzung der Kernenergie in Anspruch nehmen können. Die Urananreicherung ist ein integraler Bestandteil dieses Vertrags. In den Medien werden diesbezüglich Geschichten fingiert, die eine politische Realität ausmalen, welche nicht existiert. Um die Wahrnehmung der Menschen zu steuern, bringen sie die Gemüter mit Sensationen in Wallung wie ehemals  ›Saddam und seine atomare Gefahr für uns‹ oder der Bezeichnung des iranischen Präsidenten Ahmadineschads als ›Der gefährlichste Mann der Welt‹ bzw. jemand, der ›eine zweite Endlösung‹ anstrebt. Die wenigen unparteiischeren Berichterstatter werden kaum noch gehört.

Die iranische Regierung beteuert stets, außer der friedlichen Nutzung der Kernenergie keine weiteren Pläne verfolgen zu wollen. Dieser Staat hätte damit eine große Leistung vollbracht, denn trotz bestehender Wirtschaftsembargos der westlichen Welt hat er es in den letzten 20 Jahren geschafft, seine Wirtschaft und Infrastruktur weit voranzutreiben. Iran ist ein Land im Umbruch. Was noch fehlt, ist die Sicherung der eigenen Energieversorgung durch Atomstrom, um die Industrie des Landes zu versorgen. Dies wiederum würde bedeuten, daß der Iran endgültig seinen Rang als ›Schwellenland‹ verlassen und in die Reihe der Industrieländer aufrücken könnte.

Sicher ist die Annahme nicht falsch, daß es dies ist, was dem Westen Unbehagen bereitet. Die ›Internationale Gemeinschaft‹ hat schon immer danach getrachtet, nichtwestliche Gesellschaften in Abhängigkeit zu halten und als Absatzmärkte für die eigenen Produkte zu nutzen; ihnen wird jeglicher Versuch, wirklich selbständig zu werden, soweit wie möglich verwehrt.

Die USA und manche europäische Länder, die sich als ›Weltgemeinschaft‹ oder ›Internationale Gemeinschaft‹ bezeichnen, haben einen Vorwand gefunden, der sie dazu legitimiert, die Ziele Irans zu hintertreiben. Sie suggerieren ein Schreckensszenario und verbreiten ihre Überzeugung, der Iran betreibe zugleich den Bau nichtkonventioneller Waffen. Hier drängt sich die Frage auf: Wie können ausgerechnet die USA, selbst eine Atommacht, die für die meisten Kriege verantwortlich ist, reinen Gewissens von einem anderen Staat verlangen, keine zu sein oder zu werden? Es wäre doch wohl besser, selbst beispielhaft voranzugehen.

Zudem scheint das US-amerikanische Regime, mit einem Kriegsverbrecher an der Spitze, abermals, wie im Irak-Krieg, Vermutungen sukzessive zu Tatsachen zu erheben, um sich die Möglichkeit zu erschließen, im Nahen Osten einen weiteren Stützpunkt einzurichten. Die gesamte Debatte über das iranische Atomprogramm findet im Konjunktiv, in irrealen Bedingungssätzen statt.

Die fragwürdige ›Internationale Gemeinschaft‹ beteuert stets, alles diplomatisch lösen zu wollen - aber auf wessen Kosten? Wenn der Plan des Westens wiederum der Taktik vor dem Irak-Konflikt ähnelt, so bleiben dem Iran zwei Möglichkeiten: entweder den ›Weg der Vernunft‹ einzuschlagen – dies wäre die bedingungslose Bejahung der westlichen Interessen – oder den Weg in die Isolation, die selbst einen nuklearen Schlag auf den Iran nicht ausschließt. Parallel zur ›Internationalen Gemeinschaft‹ gibt es auch eine ›Allianz der Willigen‹, die stets ohne Einwilligung der Internationalen Gemeinschaft einen Krieg führen kann, wie zuletzt der Irak-Krieg gezeigt hat. Die Erpreßbarkeit des Anderen ist ein Bestandteil dieser menschenunwürdigen und selbstgerechten Politik, die Demokratie nur dort fordert, wo sie sich Vorteile davon versprechen kann.

Der Fall des ehemaligen iranischen Ministerpräsidenten Mohammad Mossadegh, der auch der ›iranische Gandhi‹ genannt wurde, ist ein klassisches Beispiel. Er wollte eine Demokratie verwirklichen, die sowohl islamische als auch westliche Elemente enthalten sollte. Zu seinem Programm gehörte auch die Verstaatlichung des iranischen Erdöls, um der Ausbeutung des Landes durch fremde Mächte entgegenzutreten. Mossadegh ließ 1951 die Verstaatlichung der Anglo-Iranian Oil-Company (AIOC) beschließen, um der fremden Nutzung der iranischen Ölquellen, die seit ihrer Erschließung im Jahr 1901 durch die Briten, später durch die USA erfolgte, ein Ende zu bereiten. Dies führte 1953 zu einem von der CIA inszenierten Militärputsch und zum Sturz Mossadeghs. Ohne Zögern wurde die junge iranische Demokratie zerschlagen und die Herrschaft der internationalen Petrochemiekonzerne wiederhergestellt.

Heute ist die Situation nicht anders. Die USA haben seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs fast immer das Alphabet des Dialogs und dessen Rahmenbedingungen diktiert. Sie legen eigenmächtig fest: entweder monologisierter Dialog oder wirtschaftliches Embargo, entweder Befolgung unserer Vorschläge oder Weltsicherheitsrat. Dabei darf nicht übersehen werden, daß solcherlei Institutionen reine Interessengemeinschaften darstellen. Bereits der Weltphilosoph Karl Jaspers hat mit großer Hellsichtigkeit das Theater dieser Weltgesellschaft durchschaut: »Die UNO ist wie eine Bühne, auf der ein unverbindliches Spiel eingeschaltet ist zwischen die realen Aktionen der Großmächte. Sie stellt die Scheinkommunikation dar, in der die Großmächte verbergen, was sie tun wollen, indem sie sich unter die kleineren Staaten stellen und die Gleichberechtigung aller anerkennen. Die Staaten benutzen diese Bühne, um sich ein Gesicht für die Weltöffentlichkeit zu geben und den Gegner durch dieses Spiel zu überlisten. Das Ganze ist ein Schleier, hinter dem jeder tut, was er will, wenn seine Gewalt und die Chance der Situation es ihm gestatten.«

Was hat diese ›Internationale Gemeinschaft‹ gegen die einseitige Aufkündigung des ABM-Vertrags, was gegen die Einrichtung von Guantanamo, was gegen den Irak-Krieg unternommen, selbst nachdem offiziell bestätigt worden war, daß der Irak keine Massenvernichtungswaffen baut? Was hat die ›Internationale Gemeinschaft‹ getan, als sich herausstellte, daß die Geschichten des damaligen US-Außenministers Colin Powell vor der Interessengemeinschaft nur einen Krieg gegen den Irak legitimieren sollten? Powell wird in der Presse als ›Friedenstaube‹ gefeiert und ähnlich wie im Fall Kissinger wird ihm wohl bald der Friedensnobelpreis verliehen. Was hat die ›Internationale Gemeinschaft‹ getan, als offenbar wurde, daß die Kriegsverbrecher in Abu-Ghraib im Irak foltern und vergewaltigen? Der Krieg ging weiter, aus dem ehemals blühenden Land wurde ein Ruanda, das nun eine Marionettenregierung besitzt, die besser englisch spricht als arabisch.

Selbst Huntington, der mit seiner Idee vom ›Kampf der Kulturen‹ viel Schaden angerichtet hat, gesteht ein: »Der Westen eroberte die Welt nicht durch die Überlegenheit seiner Ideen, oder der Werte oder seiner Religion, sondern vielmehr durch seine Überlegenheit bei der Anwendung von organisierter Gewalt. Die Westler vergessen oftmals diese Tatsache; die Nichtwestler vergessen sie niemals.«

Wir können nicht im Namen der Demokratie und Freiheit theoretische und praktische Gewalt legitimieren. Hier müssen wir der Gehäusetoleranz und dem Gehäusedialog eine Grenze setzen. Vielleicht wäre es ein Vorschlag für George Bush, John F. Kennedy zu imitieren. Der beteuerte, um die Sowjets zu beeindrucken, er sei ›ein Berliner‹. Bush könnte vielleicht mit dem Ausspruch ›Ich bin ein Araber‹ oder ›Ich bin ein Iraner‹ den Terrorismus wirkungsvoll bekämpfen, den er selbst mit hervorgerufen hat.

 

20.04.2006

Dr. Hamid Reza Yousefi

Interkulturelle Philosophie,

Friedens- und Konfliktforschung

 

Dieser offene Brief wurde mit ähnlichem Wortlaut auch an die folgenden Personen und Institutionen übersandt:

 

  • Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier

  • Bundeskanzlerin Angela Merkel

  • Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD)

  • Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF)

  • Die ZEIT

  • Neue Zürcher Zeitung (NZZ)

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ)

  • die tageszeitung (taz)

  • Süddeutsche Zeitung

  • Lettre International

 

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