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Hurm, Gerd
421 |

The Family of Man (1848/1955): Feminist Foremothers, Women’s Rights, and Human Rights

The present essay will discuss and redefine the complex contexts and relationships which connect the issues of human rights, women’s rights, and civil rights with the open, modernist aesthetics of The Family of Man. Undoubtedly, a historically differentiated view of the installation’s innovative foregrounding of intercultural communication, emancipation, and pacifism is as vital today as it was when it was presented in the aftermath of McCarthyist hysteria and in the midst of the threat of nuclear annihilation during the Cold War. It is also pertinent since the former traveling installation can now be viewed again in its original design. Since 1994, it has been permanently displayed in the Museum Castle Clervaux in Steichen’s native...

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Hoppe-Dörwald, Dorothea
420 |

EIN LEBEN OHNE EIGENWILLE IST SCHAL

Rezension zu Thomas Brose: Mein deutsches Neuland. Notizen eines ostdeutschen Katholiken. Bonifatius Verlag 2020

Mich hat die Wiedervereinigung als historisches Ereignis zwar unbĂ€ndig gefreut und mir vor dreißig Jahren das GefĂŒhl gegeben, dass die Welt besser werden kann. Ich bin nach dem Mauerbau geboren und quasi mit der Mauer groß geworden und kenne noch die Berichte meiner Tanten, dass sie die berĂŒhmten Care-Pakete in den Osten schickten, eben nach drĂŒben. Kaffee gehörte zu den begehrten Luxusartikeln, wie auch mal eine echte Jeans.

Dann fuhren wir mit der evangelischen Jugendgruppe 1978 in die DDR. Das spannendste und auch unheimliche Ereignis war die Grenze mit ihren Kontrollen und eine ungeahnte Angst, dass irgendetwas nicht stimmen könnte. Da mussten ja dann doch die ErzĂ€hlungen und Geschichten ĂŒber das Unrechtsystem DDR in mir etwas...

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Dimmers, Jan
419 |

WAHLKAMPAGNEN SIND KRISENZEITEN

Interview mit Alexis de Tocqueville ĂŒber die Wahlen in Amerika, ‘Den BĂŒrgerkrieg im Kopf’ und eine nicht unwahrscheinliche Prognose fĂŒr die Wahlen in den USA

In Amerika wird die Demokratie positiv getestet. Jede Wahrheit hat ihre LĂŒge und jede LĂŒge hat ihre Wahrheit. Die Wörter werden zu Sackgasse ihrer Bedeutung und fressen ihren Sinn, wie die Zeit ihre Kinder frisst. Man fĂŒhlt sich in der NĂ€he einer Macht, die man nicht selbst gewĂ€hlt hat. Übrig bleibt der Anachronismus des Eigensinns. Der 3. November 2020 wird ein wichtiger Tag. DIE DEMOKRATIE: In selbstherrlicher Zufriedenheit werden wir sie kaum wahrnehmen. Nimmt man sie uns, dann sind wir bereit, fĂŒr sie unser Leben zu geben. Wird sie ĂŒberleben?

Jan Dimmers geht dieser Frage in einem Interview mit Alexis de Tocqueville fĂŒr den Spiegel von Amsterdam nach. Wir bringen dieses Interview in deutscher Sprache. 

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Brose, Thomas
418 |

GLAUBE UND GEWISSEN

Zum Tod des Schriftstellers GĂŒnter de Bruyn

„Die Sicherheit, der ich das GlĂŒck meiner frĂŒhen Kindheit verdanke, basierte neben der Liebe der Eltern zu uns und zueinander auch auf einem Familien-Katholizismus, der unser Leben in die festen Regeln von Tisch- und Abendgebet, von sonntĂ€glichem Kirchenbesuch und fleischlosen Freitagen zwĂ€ngte, sonst aber von Person zu Person individuell gefĂ€rbt war“, schrieb der 1926 geborene GĂŒnter de Bruyn in seiner „Zwischenbilanz“ (1992).

Der Autobiograf machte darin deutlich, wo fĂŒr ihn Quellen einer Autorschaft im Spannungsfeld von Machtanspruch und Gewissensentscheidung zu finden sind: Katholischsein in der Berliner Diaspora bedeutete fĂŒr das jĂŒngste von vier Geschwistern, RĂŒckhalt im Glauben zu suchen und sein Leben im „Dritten Reich“ davon...

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Rainer, Ulrike
417 |

NEW YORK, NEW YORK

Wo ist meine Stadt geblieben?

Heute scheint der Himmel noch dunkler. Und ich meine damit nicht, dass die Sonne durch den Rauch der kalifornischen Feuer verschleiert ist, sondern dass am 18. September 2020, die Oberste Richterin Ruth Bader Ginsburg verstorben ist. FĂŒr mich geht damit eine Ära endgĂŒltig zu Ende, in der sie so intelligent wie lebensklug wirkte, und in der man fast   glauben konnte, dass es in Dingen der Rechte fĂŒr Minderheiten und besonders der Rechte fĂŒr Frauen nur immer weiter aufwĂ€rts gehen könnte.

Aber eigentlich wollte ich ĂŒber etwas ganz anderes schreiben. New York ist meine Lieblingsstadt. Das war sie von Anfang an, als ich noch in Connecticut wohnte und mit dem Zug oft hingefahren bin, sei es, um am Broadway ins Theater zu gehen oder ins...

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Hoppe-Dörwald, Dorothea
416 |

WEITE IM GEIST

Rezension zum ALPHABET DER KINDHEIT von Helge-Ulrike HYAMS

Gezaubert wurde hier wirklich! Denn wer dieses Buch in den HÀnden hÀlt, könnte meinen, eine Zauberin hat dieses geschaffen. Ganz neu und ganz anders, als man sich sonst dem Thema Kindheit nÀhert, macht sich die Autorin anhand der 26 Buchstaben des Alphabets auf den Weg, Kindheit neu zu deklinieren.

Wie kommt man auf die Idee, diesem Thema ein Alphabet zu widmen?

Die Liebe zum Kind, die Freude am Leben und ganz besonders die Weite im Geist, Dinge in großer Zugewandtheit zulassen zu können, machen den Ton dieses Buches aus.

Helge-Ulrike Hyams, Jahrgang 1942, lange als Professorin fĂŒr Erziehungswissenschaften in Bremen tĂ€tig, Psychotherapeutin und BegrĂŒnderin des Kindheitsmuseums in Marburg, das leider 2009 geschlossen wurde, ist mit diesem...

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Schug, Wolfgang
415 |

„Angeber haben mehr vom Leben“ oder „LĂŒgen, wie ein Zahnarzt“

Zur Inhaltsdeutung von Quacksalberbildern in der niederlÀndischen Genremalerei des 17. Jahrhunderts

Bilder medizinischen Inhalts waren in der niederlÀndischen Malerei weit verbreitet, man denke nur an die Anatomiedarstellungen Rembrandts. Im 17. Jahrhundert konnte sich in der niederlÀndischen Genremalerei eine ganz eigene Bildgattung etablieren, die Àrztliche Behandlungen zum Inhalt hat. So bildet auch das zahnÀrztliche Sujet keine Seltenheit innerhalb des erhaltenen Bildbestandes.

Damals herrschte besonders unter den Zahnbehandlern Neid und Zwist und jeder argwöhnte, dass bei bekannt werden ihres ohnehin geringen medizinischen Wissens die Kollegen sich dieses aneignen und man sich damit unliebsame Konkurrenz machen könnte. Daher fand sich kaum jemand bereit, eine auch nur annĂ€hernd ausreichende LehrtĂ€tigkeit auszuĂŒben. Die...

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Rainer, Ulrike
414 |

VIER JAHRE ZU SPÄT

Kritik zu Mary L. Trump, Ph.D.: Too Much and Never Enough. How my Family Created The World’s Most Dangerous Man.

Wie schrieb der legendÀre Liedermacher Woody Guthrie 1954, als er das Pech hatte, in einer Wohnung der Beach Heaven Apartments unterzukommen, die dem alten Fred Trump gehörte:

„Old Man Trump“ / Ich nehme an, / dass der Old Man Trump genau weiß / Wie viel Rassenhass / er im Bluttopf des / menschlichen Herzens / aufrĂŒhrte, / Als er eine Farblinie zog / Hier in seinem Beach Heaven Familienprojekt./

Eigentlich ein guter Anfang fĂŒr die Familiengeschichte, oder eher fĂŒr das Familiendrama, das Mary, die Nichte des gegenwĂ€rtigen Besetzers des Weißen Hauses, erzĂ€hlt. Da ist der grausame, tyrannische und egoistische Vater Fred, Sr., der nichts lieber tut, als andere Menschen, besonders seine Kinder, zu erniedrigen. Seine Frau, die krĂ€nkliche und...

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Sollors, Werner
413 |

Edward Steichen in MĂŒnchen:

>>Wir alle – The Family of Man<< in der StĂ€dtischen Galerie im Lenbachhaus, 1955

Vor 65 Jahren, vom 19. November bis 18. Dezember 1955, wurde die von Edward Steichen zusammengestellte Foto-Ausstellung The Family of Man, die im Januar des gleichen Jahres im Museum of Modern Art (MoMA) New York mit großem Erfolg eröffnet worden war, unter dem Doppeltitel The Family of Man – Wir alle in MĂŒnchen gezeigt.

1955: Es war zehn Jahre nach Kriegsende; in Bayern gab es 45 Zeitungsverlage mit Vollredaktionen; an der MĂŒnchner UniversitĂ€t waren 12.000 Studenten immatrikuliert, mehr als je zuvor, darunter ein einziger aus der Ostzone; im Oktober kamen 10.000 Kriegsgefangene aus der Sowjetunion nach Deutschland zurĂŒck, und die am MĂŒnchner Hauptbahnhof Ankommenden wurden von einer Menschenmenge willkommen geheißen; im MĂŒnchener...

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Kiss, Endre
412 |

DER DOPPELTE KOSMOS DES ALEXANDER VON HUMBOLDT

Essay ĂŒber einige Aspekte der Hausgeheimnisse des klassischen Idealismus und ĂŒber die Entstehung einer Philosophie des Konkreten

Der klassische Idealismus, den wir als einen Gesamtprozess von Kants Kritizismus und von postkantianischer Spekulation interpretieren, ist gewiss ein mainstream, ein breiter Weg der Wissenschaft, wie dies Kant an einer Stelle genannt hat. Selbst dieser mainstream weist aber sehr markante und bedeutende Satelliten auf, die sich offensichtlich nicht in die Prozesse der Hauptströmung hineinzwingen lassen, die man aber aus mehreren GrĂŒnden auch nicht vernachlĂ€ssigen darf. Diese GrĂŒnde sind traditionell vielfĂ€ltig. Es geht um die Frage nach der wirklichen Einheit der philosophischen Prozesse, es geht um diverse Wechselwirkungen, es geht um polemische Positionen und letztlich geht es um die stete historische Gleichzeitigkeit von Anstrengungen,...

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