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BIG PLAYER - ESSAY ZU GOOGLE, FACEBOOK, AMAZON

Teil 1 – Über GesprĂ€che, Events, Likes und eine geschlossene TĂŒr

(c) Jana MĂŒller, 2015

(c) Uwe Dörwald, 2019

WĂ€hrend der letzten Wochen habe ich mehrere lĂ€ngere GesprĂ€che bzw. Interviews mit anspruchsvollen Inhalten transkribiert. Beim Verschriftlichen eines mĂŒndlichen GesprĂ€chs von einer mp3-Datei in Text kann man gut beobachten bzw. hören, wie sich Gedanken formen: langsam, zögernd, tastend von einem Punkt zum nĂ€chsten nimmt ein GesprĂ€ch, die Kommunikation zwischen den GesprĂ€chsparteien, seinen Gang. Als derjenige, der transkribiert, ist man (zu)hörender Beobachter, ein Ohrenzeuge. Neben dem Inhalt des GesprĂ€chs, auf den es natĂŒrlich in erster Linie ankommt, registriert man auch Kleinigkeiten am Rande. Man nimmt wahr, wenn gegessen und getrunken wird; man hört, wenn gezögert wird; man hört die Stille, wenn das GesprĂ€ch stockt und man hört auch, wenn sich die Gedanken ĂŒberschlagen und gegenseitig befruchten. Wenn alle reden, wird es schwierig, auch mit einer guten Transkription.
 
In den sozialen Medien Ă€ußern sich (fast) alle und mehr oder weniger laut; auch dort ist es schwierig der Poly- oder Kakophonie der Meinungen und Bilder zu folgen. Bei Twitter wird in Kurzform gezwitschert, vieles ohne Belang – in den meisten FĂ€llen reine Effekthascherei, eine Jagd nach Aufmerksamkeit.

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