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Dörwald, Lukas
445 |

Was in keiner Rezeptsammlung fehlen darf - der Pizzateig

Rezept des Monats - 7

Sommer, Mittelmeer, Urlaub in Italien. Vielleicht sogar in Neapel? Woran kommt man da auf keinen Fall vorbei? Zitronen? Limoncello? Sicher. Alles Standbeine der landwirtschaftlichen Erzeugnisse der Region um den Golf von Neapel. Doch sicher kommt nichts so schnell in den Sinn wie die Pizza! Ein knuspriger Boden, ein mit Finesse vom Pizzaiolo geschwungener Teig, der durch die Luft gewirbelt wird. Und ja, das ist die korrekte Bezeichnung für die italienischen Pizzabäcker.

Allgemein gilt Neapel als Geburtsort der Pizza. 2017 wurde die neapolitanische Art des Pizzabackens schließlich in das immaterielle Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen. Damit war es dann für viele in Stein gemeißelt, was die meisten zuvor schon wussten: Die beste Pizza…

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Schug, Wolfgang
444 |

Parodontitis - Pulpitis - Parsifal

Was verdanken die Bayreuther Festspiele einem Zahnarzt ?

Die Literatur zum Werk und zum Leben Richard Wagners ist kaum zu überschauen. Jeder noch so entfernte Winkel seines künstlerischen Wirkens, seiner schriftstellerischen Tätigkeit, aber auch seines privaten Lebens scheinen erforscht. In seiner Korrespondenz und den Tagebuchnotizen gibt es allerdings noch immer den ein oder anderen interessanten Gesichtspunkt, der bisher in der Auseinandersetzung mit dem Komponisten nicht die nötige Berücksichtigung gefunden hat und das Bild Wagners durchaus abzurunden vermag.

Dienen seine offiziellen Veröffentlichungen und theoretischen Schriften in erster Linie der Darlegung seiner Kunstvorstellungen, so berichtet er in den für den privaten Gebrauch bestimmten Briefen und Tagebucheintragungen auch über…

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Dörwald, Uwe
443 |

Zum Verhältnis von Philosophie, Wissenschaft und Dichtung bei Hermann Broch

Vor 70 Jahren, am 30. Mai 1951, ist der Schriftsteller und Philosoph Hermann Broch in New Haven, Connecticut, gestorben. In seinem Todesjahr wurde Broch von einigen Freunden und literarischen Gesellschaften für den Nobelpreis vorgeschlagen. Heute ist die Erinnerung an ihn und sein Werk, außer in Fachkreisen, verblasst. Hannah Arendt, Milan Kundera, Elias Canetti und Thomas Bernhard u.v.a.m. haben ihn und sein Werk geschätzt.

Wir bringen an dieser Stelle einen älteren Text, um an ihn zu erinnern.


Die Romane Hermann Brochs gelten als groß intendiert und sind zumeist entsprechend dieses Urteils rezensiert, analysiert und interpretiert worden. In Arbeiten zu Broch, die sich mit dem philosophischen Hintergrund seiner Romane befassen, aber…

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Dörwald, Lukas
442 |

Frisch und sommerlich: Pesto selbstgemacht!

Rezept des Monats - 6

Woran denken die meisten Menschen, wenn man „Pesto“ sagt? Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit an Basilikum und damit an das klassische Pesto Genovese. Dabei kommt das Wort pesto vom italienischen pestare und bedeutet zerstampfen. Damit ist also eigentlich die Zubereitungsart gemeint, nicht das Gericht selbst. Beschrieben wird das Pesto weiter als eine kalte, pastöse Sauce, welche zumeist mit Nudeln gereicht wird.

Der historische Vorläufer ist vermutlich das römische Moretum, eine kräuterhaltige Käsesauce. Die Gegentheorie bezieht sich auf das ebenfalls römische Garum. Dies ist eine Sauce, bei der das Öl die Basis darstellt.

Ganz klassisch wird das Pesto per Hand im Mörser zubereitet. Die traditionelle Reihenfolge der Zutaten, die so…

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Dörwald, Uwe
441 |

Vom Individualismus zur Hybris

Individualismus auf dem Seziertisch einer Philosophin: Warum man Karen Gloys Buch „Die Selbstsuspendierung des Individualismus“ lesen und zur Kenntnis nehmen sollte

Für den Gebrauch von Schrauben gibt es im Handwerk den schönen Satz: Nach ‚fest‘ kommt ‚ab‘. Dieser Satz scheint übertragbar zu sein auf die Entwicklung des Begriffs Individualismus.

Schon in ihrem letzten Buch „Demokratie in der Krise?“, das hier auch besprochen wurde, trat die Philosophin Karen Gloy als Mahnerin auf. Dort war die Corona-Krise der Auslöser bzw. der Anlass für ihre Überlegungen bezüglich der Effizienz unserer demokratischen Systeme im Vergleich mit anderen politischen Systemen. In ihrem neuen Buch „Die Selbstsuspendierung des Individualismus. Eine Auseinandersetzung mit unserer westlichen Kultur“ (2021) geht ihre Kritik an unserer Art der Gesellschaft tiefer bzw. an die philosophischen Fundamente.

Der Anlass oder der…

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SIRI 16,
440 |

Was machen Türsteher von angesagten Berliner Clubs?

Depeschen aus der Kapitale - Folge 1 / 2021

Wenn ich vor der Pandemie vom Yogastudio kommend über den Kurfürstendamm lief und in die Joachimsthaler Straße einbog, fragten mich  manchmal Touristen nach dem Maxim.

„Das Maxim“, antwortete ich, „kenne ich nur aus einem Lied von Johannes Heesters: Heut` geh ich ins Maxim, da ist es sehr intim.“
Manchmal fügte ich auch noch hinzu, dass dieses Lied aus der Operette Die lustige Witwe von Franz Lehar stammt und darin etwas längst Vergessenes wie Grisetten vorkommen.
Aber meistens waren die Touristen dann schon weiter gegangen, und ich blieb allein zurück mit meinem nutzlosen Wissen über Grisetten. Im 19. Jahrhundert nannte man so unverheiratete Putzmacherinnen, Wäscherinnen und Fabrikarbeiterinnen, die sich abends in Lokalen wie dem Maxim

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Rainer, Ulrike
439 |

Life in the United States - 26

Maine - Der Schöne

Der Staat Maine liegt mir besonders am Herzen, daher leidet meine Objektivität. Erstens kenne ich die Küste ganz gut und bin von ihr begeistert, auch wenn ich noch nie auch nur eine Zehenspitze ins Wasser getaucht habe. Der offene Atlantik ist kalt! Zweitens kannte ich einen Nachkommen des Vizepräsidenten Abraham Lincolns. Der aus Paris, Maine, stammende Hannibal Hamlin war ein glühender Gegner der Sklaverei. Unser Kollege hieß Cyrus Hamlin. Er war Germanist an der Yale Universität. Sein klassisch gebildeter Vorfahre nannte seine Zwillinge Hannibal und Cyrus. Das führte zu der Familientradition, dass in jeder Generation der Name wechselte: Vater Hannibal, Sohn Cyrus, Enkel Hannibal, usw. Es gab schließlich nicht immer Zwillinge. Von Cy, so…

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Dörwald, Lukas
438 |

Die Stulle – mehr als nur ein Schulzeiten-Snack

Rezept des Monats - 5

Das heutige Rezept mag fast schon unverschämt einfach klingen, sollte aber dennoch nicht unbeachtet bleiben. Die gute alte Stulle, also das belegte Brot, bei den englischsprachigen Kollegen eher als Sandwich bekannt, ist genauso ein Gericht wie jedes andere auch. Der Grund für ein einfaches Rezept ist, dass ich gerade umgezogen bin und heute früh, nach der ersten Nacht in der neuen Wohnung, nicht allzu viel da hatte. Aber: Die Dinge in meinem Kühlschrank reichen fast immer für eine Stulle. Ähnlich wie die Einlagen in der bereits empfohlenen Frittata, kann die Stulle als Bausatzessen angesehen werden. Ein IKEA-Rezept, wenn man so will.

Die Stulle tritt sicherlich in das Leben der meisten Menschen als das, was in der frühen Schulzeit in der…

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Dörwald, Lukas
437 |

Spaghetti in Zitronensauce

Rezept des Monats - 4

Der Frühling liegt in der Luft. Die Vögel vor meinem Zimmer schmeißen mich um sieben Uhr in der Früh aus dem Bett, die Blüten werden immer mehr und es riecht nach Landluft, wenn man auf dem Rennrad sitzt.

Was würde da besser passen und mehr erfrischen als die Zitrone. Um diese Frucht aus dem Süden soll es heute gehen. Zur Gattung der Zitruspflanzen gehörend, ist die Zitrone eigentlich eine Kreuzung aus der Bitterorange und der Zitronatzitrone. Diese Mischung soll vermutlich im Norden Indiens entstanden sein. In China und im Mittelmeerraum lassen sich Nachweise um das Jahr 1000 finden. Über den Mittelmeerraum wurde die Zitrone dann in ganz Europa bekannt. Sizilien und Spanien waren hier die Antreiber. Nicht zuletzt wurden selbst auf…

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Dörwald, Uwe
436 |

Effizienz als Kriterium für Demokratie

Gedanken zu Karen Gloys Buch „Demokratie in der Krise?“

Eigentlich ist es trivial. Auch weil die eigene Lebenszeit begrenzt ist, muss man sich entscheiden und auswählen, welche Bücher man überhaupt liest und dann hier vorstellt und empfiehlt oder kritisiert. Weder anderen noch sich selbst will man Zeit stehlen. Aber es ist zwecklos, nicht zu suchen, nichts zu wollen, denn wenn man aufhört zu suchen, beginnt man zu finden, und wenn man aufhört zu wollen, dann beginnt das Leben, einem seinen Eintopf einzutrichtern, bis man ihn auskotzt, … (Samuel Beckett, Watt, S.44). Und wenn wir eins nicht wollen, dann ist es Eintopf für unsere Leserinnen und Leser. Wir begeben uns also auf die Suche und wollen Bücher präsentieren, deren Lektüre uns lohnend erscheint, und wir wollen Fragen stellen und…

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