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SIRI
393 |

U2 UND DER ANTI-TUCKERN-CLUB

Depeschen aus der Kapitale

Manchmal passiert es, dass Wörter, die man in bestimmten ZusammenhÀngen benutzt, plötzlich ihre Umgebung verlassen und woanders hingehen. Das mag linguistisch unsauber klingen und hÀtte als These in keiner UniversitÀt Bestand. Doch so stelle ich es mir vor und meine damit keine Jugendsprache.

Woody Allen schrieb eine Kurzgeschichte ĂŒber ein haariges, unregelmĂ€ĂŸiges Verb, das einen Lustmolch in einem felsigen GelĂ€nde jagt. Obwohl man heutzutage nicht genau weiß, ob Woody Allen nicht selbst ein Lustmolch ist, habe ich das haarige, unregelmĂ€ĂŸige Verb immer gerngehabt, zumal es aus einem spanischen Wörterbuch ausgebrochen ist. Mir wĂ€re es lieb, wenn es das Wort jagen wĂŒrde, ĂŒber das ich heute sprechen möchte: tuckern. Ich bringe es kaum in die...

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Dörwald, Uwe
392 |

DINGE VON GESTERN

Ein Fotoalbum

Es ist nicht so sehr, dass man nicht mehr kriegen kann, was man frĂŒher hatte, sondern einsieht, dass es Dinge gibt, die man nie mehr kriegen wird. (M.M. Driessen)

 

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GRÜNES KLEID UND JEDE MENGE ZIGARETTEN

Die drei Leben der Hannah Arendt

Irgendwie kennt sie jeder, aber so richtig verstanden wurde sie wohl von den Wenigsten. Ihre Werke werden vom interessierten Fachpublikum studiert und fĂŒr viele wird ihre Theorie einfach nur kompliziert sein. Vielleicht kennt man sie ĂŒber den Spielfilm von Margarethe von Trotta aus dem Jahr 2012: „Hannah Arendt. Ihr Denken verĂ€nderte die Welt“. Aber gesprochen hat man vermutlich mehr darĂŒber, ob die Sukowa in der Rolle der Arendt ĂŒberzeugend war, auch oder weil man Hannah Arendt nie gekannt hatte. Irgendwie hatte man wohl auf eine ungenaue Weise ein Bild von ihr, hatte Vorstellungen aufgebaut und sich aus den Bildern ein eigenes Bild gemacht, wenn einen das Denken dieser Frau jemals ĂŒberhaupt interessiert hat, weil es kompliziert ist. Es...

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Berger, Thomas
390 |

FUNDAMENT DER SCHULD

"Unterm Birnbaum" von Theodor Fontane

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erschien ein Werk der Kriminalliteratur, das bis heute breites Interesse hervorruft. Einen zusĂ€tzlichen Genuss vermittelt das entsprechende Hörbuch des unvergleichlichen Rezitators Gert Westphal (1920−2002).

Der Prosatext Unterm Birnbaum (1885) verarbeitet eine tatsĂ€chliche Fallgeschichte, die sich 1842 in der Oderbruch-Gemeinde Letschin zutrug, wo Fontanes Vater, Louis Henri Fontane (1796−1867), der – wie seine Gattin Emilie (1797−1869), geborene Labry − von Hugenotten abstammte, eine Apotheke besaß. Beim Graben entdeckten Straßenarbeiter im Garten des Gasthauses Zum Alten Fritzen ein Skelett, das einem Handlungsreisenden aus Stettin zugeordnet wurde. Der Wirt Fitting geriet in Verdacht, der Mörder zu sein....

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Brose, Thomas
389 |

Zu vergleichen mit Balzac, Dickens und Tolstoi

Eine WĂŒrdigung Theodor Fontanes zu seinem 200. Geburtstag

TatsĂ€chlich zĂ€hlt der am 30. Dezember 1819 in Neuruppin geborene Nachfahre eingewanderter Hugenotten zu den bedeutendsten Literaten der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts. Er ist zu vergleichen mit Balzac, Dickens oder Tolstoi, GrĂ¶ĂŸen von Weltrang. Besser als die gefeierten Autoren seiner Epoche, Paul Heyse, Gustav Freitag, Wilhelm Rabe und selbst Theodor Storm, gelang es dem Apotheker, Journalisten, Theaterkritiker, kurzzeitigen Akademie-SekretĂ€r und spĂ€tberufenen Romanschriftsteller, nicht nur Adel, BĂŒrokratie und mĂ€rkisches Junkertum zu beschreiben, sondern auch sogenannte „Kleine Leute“ mit zuvor nicht gekannter PrĂ€zision zu portrĂ€tieren. Andererseits fĂŒhrte der Realist seine Leserinnen und Leser mitten hinein in Zeiten...

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Brose, Thomas
388 |

Wie glaubt man in Potsdam?

Eine spezielle City-Map gibt Auskunft

Potsdam, die einstige Bezirkshauptstadt der DDR, hat sich innerhalb
der letzten Jahrzehnte zu einem herausragenden Wissenschafts-
standort entwickelt. Allerdings werden hier nicht nur Probleme
globaler KlimaverÀnderungen erforscht. Durch seinen Promi- und
Glamourfaktor fĂŒhlen sich gerade Touristen von der Brandenburger
Landeshauptstadt angezogen. Dass sie dabei auch religiöser VitalitÀt
begegnen, wird vom Stadtmarketing mit Hinweis auf eine tief
verwurzelte religiöse Toleranz (1685: Potsdamer Toleranzedikt) gern
unterstrichen.

 

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Rainer, Ulrike
387 |

Life in the United States - 22

INDIANA - Wo ein Paradies ist, bleiben Utopisten nicht aus.

Es scheint, dass sich das Paradies immer weiter nach Westen verschiebt. Glaubte man nicht schon in Kentucky und Ohio am Ziel zu sein? Die Landschaft unterscheidet sich nĂ€mlich nicht von derjenigen der Nachbarstaaten. Der Autofahrer merkt nicht, ob er noch in Ohio oder schon in Indiana ist, oder ob er noch in Indiana oder schon in Illinois fĂ€hrt. Vom Flugzeug aus sieht man nur einförmige Weite. Deshalb nennt man Indiana auch den „Fly Over State“.

Die kĂŒnstlichen Grenzen des Staats sind wie mit dem Lineal gezogen, bloß Linien auf der Landkarte. Nur im sĂŒdlichen Teil sorgen der Ohio im Osten und der Wabash im Westen fĂŒr Abwechslung. Im Nordwesten unterbricht ein kleiner Teil des Lake Michigan die strengen Linien.

Mehr zur Geschichte INDIANAS...

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Berger, Thomas
386 |

"... alles in einem Satz" -

Ilse Aichingers Poetik des Schweigens und Verschwindens

 

In den Texten der 1921 in Wien als Tochter einer jĂŒdischen Ärztin geborenen und 2016 dort verstorbenen Schriftstellerin Ilse Aichinger spielt die kritische Sorgsamkeit in der Verwendung von Wörtern die zentrale Rolle. Bereits in ihrer zweiten Veröffentlichung, dem Essay Aufruf zum Misstrauen (1946), weist sie auf den Zusammenhang zwischen zerstörerischer Macht und verkommener Sprache hin. Dabei setzt sie den Akzent auf die Notwendigkeit, stets den eigenen Sprachgebrauch streng prĂŒfend in den Blick zu nehmen. Beim alltĂ€glichen Sprechen und Schreiben mĂŒsse solch konstruktives Misstrauen beginnen. Sie forderte, Verantwortung fĂŒr das, was man sagt und schreibt, zu ĂŒbernehmen. Wie radikal ihre sprachkritische Position war, zeigt beispielsweise...

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Dörwald, Uwe
385 |

DAS VERSCHWINDEN DER ROSEMARIES

Zur Transformation von HR2-Kultur

Endlich wird es nach der TRANSFORMATION des Kulturradios HR2 zu einem modernen und jungen(!) Klassik(!)sender – so meine Hoffnung - auch kein SilvesterrĂ€tsel mehr geben. Denn das war lĂ€stig und ein Ritual. Es hat die Nacht ins Neue Jahr quasi – alternativlos - formatiert. Wir haben trotz oder wegen reichlichen Genusses hochprozentiger GetrĂ€nke zur Jahreswende immer die Lösung herausbekommen, leider aber nur einmal etwas gewonnen, weshalb wir naturgemĂ€ĂŸ immer noch schmollen. Auch deshalb gehört HR2-Kultur natĂŒrlich abgeschafft. Der Sender hat nie unsere GenialitĂ€t erkannt. Wir und nur wir hĂ€tten in jedem Jahr den Hauptpreis verdient gehabt. Wahrscheinlich aber wurden wir aussortiert, weil wir keine hessischen Hörer waren (Achtung...

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KRÖLL, Tobias
384 |

Die Zerstörungen der Wirtschaftswissenschaften

Von „Komplizen der SachzwĂ€nge“ und warum es nach dem „Rezo-Effekt“ erst richtig losgehen muss!

Wenn es darum geht, die Klimakrise und soziale Probleme auf der Welt nachhaltig zum Besseren zu verĂ€ndern, muss nicht zuletzt darauf geschaut werden, auf welchen (unhinterfragten) Ideen und GedankengebĂ€uden die herrschende (Wirtschafts-) Politik beruht. Der Fokus liegt – trotz etwa 20 Jahren globalisierungskritischer Bewegung und fundierter Kritik – in den Mainstream-Wirtschaftswissenschaften immer noch vor allem auf dem „freien Markt“.

Mit „wirtschaftsliberal“ bezeichne ich das Gedankensystem, bzw. die Grundlagen des gĂŒltigen ökonomischen Fachwissens, das im Wesentlichen immer noch auf der so genannten „neoklassischen Theorie“ aufbaut. Mit „neoliberal“ bezeichne ich die darauf bezogenen politischen Aspekte.

Ein Auswechseln des Personals...

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