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Eine Notunterkunft als Teil des Asylsystems

Über die Versorgung und Verwaltung von geflüchteten Männern

von: Uwe Dörwald

Für Conni S., Michi A. und Alik O.

In den vergangenen Monaten arbeitete ich in einer Notunterkunft für Geflüchtete. Notunterkünfte sind und bleiben Behelfe. Es gibt dort (so gut wie) keine Privatsphäre. In den notdürftig voneinander abgetrennten „Zimmern“ leben jeweils vier Männer. In den Zimmern stehen zwei Stockbetten, ein Tisch, zwei Stühle, eine Lampe und vier Spinde, um private Dinge „sicher“ aufbewahren zu können. In der Halle des DRK, die bevor sie zu einer Notunterkunft umfunktioniert wurde, ein Impfzentrum war, „wohnen“ 98 Geflüchtete.

Die Geflüchteten kommen aus den folgenden Ländern: 39 aus Syrien, 20 aus Afghanistan,16 aus der Türkei, 7 aus Somalia, 5 aus dem Iran, 3 aus Pakistan, 2 aus Nigeria, jeweils ein Flüchtling kommt aus Ägypten, Uganda, Armenien, Sudan, Russland und einer ist staatenlos.

Die Männer bekommen eine Unterkunft und sie bekommen Frühstück, Mittag- und Abendessen, immer zu festen Zeiten und immer in einem wöchentlichen Rhythmus mehr oder weniger dasselbe. Es gibt ein Zelt, in dem man sie sich waschen können und in dem auch die Toiletten untergebracht sind. Sauberkeit ist hier ein echtes Problem. Waschmaschinen und Trockner gibt es auch. Und in einer Ecke der Halle ist notdürftig eine Gebetsecke abgetrennt.
Was die Bildung und die Berufe der Geflüchteten betrifft, so findet sich eine Mischung: Vom angehenden Mediziner, Anwälten, Studenten oder Journalisten über Handwerker wie Bauarbeiter oder Metzger reicht die Spanne bis hin zu Analphabeten, die in ihrem Leben noch keinen geregelten Arbeitsplatz hatten. Die älteren Männer sind um die 50 Jahre alt, die jüngeren sind junge Erwachsene, und in manchen steckt noch ein Kind.
Wenn die Geflüchteten in einer Notunterkunft ankommen (the next jail – sagen manche), haben sie schon eine der Erstaufnahmeeinrichtungen der Länder hinter sich, in denen sie beim BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) ihre Asylanträge gestellt haben und in denen sie zu ihren Fluchtgründen interviewt wurden (oder auch noch nicht). Danach warten die meisten der Geflüchteten auf ihren „Bescheid“.
Werden die Fluchtgründe anerkannt, bekommen sie subsidiären Schutz, sie dürfen für einen befristeten Zeitraum bleiben; läuft ein Dublin-Verfahren, droht die Abschiebung ins Heimatland oder (wegen „Dublin“) in das Land, in dem sie zuerst registriert wurden bzw. in dem sie zuerst um Asyl nachgesucht haben.
Das Warten auf POST, nicht nur vom BAMF, ist wichtig im Tagesablauf. ...

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