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SIRI
393 |

U2 UND DER ANTI-TUCKERN-CLUB

Depeschen aus der Kapitale

Manchmal passiert es, dass Wörter, die man in bestimmten Zusammenhängen benutzt, plötzlich ihre Umgebung verlassen und woanders hingehen. Das mag linguistisch unsauber klingen und hätte als These in keiner Universität Bestand. Doch so stelle ich es mir vor und meine damit keine Jugendsprache.

Woody Allen schrieb eine Kurzgeschichte über ein haariges, unregelmäßiges Verb, das einen Lustmolch in einem felsigen Gelände jagt. Obwohl man heutzutage nicht genau weiß, ob Woody Allen nicht selbst ein Lustmolch ist, habe ich das haarige, unregelmäßige Verb immer gerngehabt, zumal es aus einem spanischen Wörterbuch ausgebrochen ist. Mir wäre es lieb, wenn es das Wort jagen würde, über das ich heute sprechen möchte: tuckern. Ich bringe es kaum in die…

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Dörwald, Uwe
385 |

DAS VERSCHWINDEN DER ROSEMARIES

Zur Transformation von HR2-Kultur

Endlich wird es nach der TRANSFORMATION des Kulturradios HR2 zu einem modernen und jungen(!) Klassik(!)sender – so meine Hoffnung - auch kein Silvesterrätsel mehr geben. Denn das war lästig und ein Ritual. Es hat die Nacht ins Neue Jahr quasi – alternativlos - formatiert. Wir haben trotz oder wegen reichlichen Genusses hochprozentiger Getränke zur Jahreswende immer die Lösung herausbekommen, leider aber nur einmal etwas gewonnen, weshalb wir naturgemäß immer noch schmollen. Auch deshalb gehört HR2-Kultur natürlich abgeschafft. Der Sender hat nie unsere Genialität erkannt. Wir und nur wir hätten in jedem Jahr den Hauptpreis verdient gehabt. Wahrscheinlich aber wurden wir aussortiert, weil wir keine hessischen Hörer waren (Achtung…

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Redaktion,
366 |

GRUNDRAUSCHEN - 01 / 2019

Schaut man in die Medien, stellt man fest: Es ist wieder einmal Zeit für unser GRUNDRAUSCHEN.

Unser zweifellos völlig subjektives und - einseitiges - Grundrauschen stellt in unregelmäßiger Folge die verrücktesten Überschriften und Schnipsel aus Teasertexten zusammen. In diesem Sinne stellt unser Grundrauschen ein kleines Medienüberschriftenarchiv oder ein kleines Medienüberschriftengedächtnis dar.

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SIRI 16,
346 |

40 Jahre SO36 in Berlin

Depeschen aus der Kapitale - 2/2018

Anlässlich des 40jährigen Geburtstags vom SO36 in Berlin lud mich Wolfgang Müller in seinen Erinnerungsbus ein, der in Kreuzberg stehen sollte. In der Einladung war von einer Gala die Rede und Gesprächen mit Weggefährten des legendären Clubs.   

Wolfgang Müller ist Künstler, Musiker, Autor, Elfen-Experte, Punk, Professor und Missverständnis-Wissenschaftler. Und für alle Nicht-Berliner: Das SO36 zählt zu den sagenumwobenen Orten in Kreuzberg, benannt nach dem alten Poststellbezirk Südost 36. Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre Epizentrum der New Wave- und Punkszene – im Esso, wie Insider es nennen, sind die Toten Hosen aufgetreten, Einstürzende Neubauten, Fettes Brot und auch Wolfgang Müllers Band Die tödliche Doris, um nur…

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SIRI 18
319 |

Über Hitchcocks Lieblingsblondine, Nagelstudios und Löwenhunde

Depeschen aus der Kapitale - 1/2018

Letztendlich war es ein Zufall, der mir half, mit Tam ins Gespräch zu kommen. Verzweifelt auf der Suche nach einem Paket, das angeblich an mich zugestellt worden war, mich jedoch nie erreicht hatte, fragte ich erst all meine Nachbarn in unserem Mietshaus, dann die mir bekannten Ladenbesitzer in meiner Straße, die auch Post–Pakete annehmen. Niemand konnte mir weiterhelfen, bis einer der immer wechselnden DHL-Zusteller mir sagte, bei den Nageldamen würde er auch manchmal Pakete abgeben. Er zeigte auf einen Laden namens PINK NAILS, der bisher nur schemenhaft in mein Gesichtsfeld gerückt war. Den Ausdruck Nageldamen kannte ich nicht. Auch danach hörte ich die seltsamsten Bezeichnungen für Tam und ihre Mädchen, Maniküristinnen, Kosmetikerinnen,…

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SIRI 17
334 |

Depeschen aus der Kapitale - 7

Milo Rau ließ den Reichstag stürmen

Am 07. November 2017, am hundertsten Jahrestag der Oktoberrevolution in Russland, stürmt die General Assembly und ihre Anhänger den Berliner Reichstag und liest die Charta für das 21. Jahrhundert vor.

    Große Worte, großes Vorhaben - und ziemlich gut durchstrukturiert, jedenfalls in der Ankündigung. Und so kam es mir auch vor, als ich zusammen mit 500 anderen Zuschauern den Saal der Schaubühne betrat, in dem ich mir sonst Shakespeare oder Ibsen anschaue. Ich war überwältigt von der logistischen Leistung.

   Die General Assembly war ein Versuchslabor, das wie ein globales Weltparlament ablaufen könnte, nichts anderes; inszeniert, gespielt, vorbereitet und durchgeplant. Natürlich hatte niemand die 60 Abgeordneten demokratisch gewählt. Die…

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SIRI 17
318 |

Depeschen aus der Kapitale - 6

Panda-Manie in BÄRlin

Als die beiden Pandabären im Juli 2017 aus der selbst ernannten chinesischen Panda-Hauptstadt Chengdu in den Berliner Zoologischen Garten transportiert wurden, gab es schon im Vorfeld Sondersendungen. Diese Ehre ist sonst nur hohen Politikern vergönnt, wenn sie Berlin besuchen. Im regionalen RBB-Fernsehen konnte man die Ankunft der Pandabären auf dem Schönefelder Flughafen sowie die Fahrt in den Zoo live verfolgen. Die Aktion dauerte drei Stunden. Zum letzten Mal sah ich diese Art Sendung 1992, als der Sarg von Marlene Dietrich aus Paris kommend vom Flughafen Tegel auf den Friedhof im Berliner Stadtteil Friedenau überführt wurde.

Wie immer bei diesen Live-Sendungen waren Experten dazwischengeschaltet, die statistisch brillierten: 100 kg…

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Dörwald, Uwe
300 |

DER MARNER UND DER PRÄSIDENT

Von Strophen und Tweets: Eine kleine Polemik zur Lüge in postfaktischen Zeiten.

In dieser kurzen Polemik geht es um Strophen, Tweets und Alarmismus. Es geht um Aufgeregtheit, Gereiztheit, unterschwellige Aggression und Nervosität auf Social-Media Plattformen. Es geht aber auch um die Schönheit und die Klarheit und die Ausdruckskraft der mittelhochdeutschen Sprache. Denn wir begegnen dem MARNER, einem gebildeten Berufsdichter, der u.a. über die Lüge dichtete, wobei wir unwillkürlich an einen bestimmten Präsidenten und seinen Account bei Twitter denken müssen.

Und es geht um einen kleinen Abschied vom GRUNDRAUSCHEN.

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Red.
242 |

#GRUNDRAUSCHEN

Der Apparat der sozialen Medien und der Massenmedien läuft und er hält zum "Nulldenken" (A. Glucksmann) an. Das Grundrauschen, ein Wort, das uns in den letzten Tagen häufiger begegnete, ist eine kleine Darstellung wert, mit einem Null-Text, der Dringlichkeit vorgaukelt und die narzißtische Tendenz des sozialen Mediums facebook in einer Momentaufnahme zeigt. Aufgereiht zu einem Textblock zeigen einzelne Postings in ihrem unverbundenen Nebeneinander das Grundauschen auf dem Rummelplatz der Kommunikation: Der Welttoilettentag steht neben dem Welttag der Philosophie und ein antikes Epos ist in 15 Minuten zu haben.

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Hoppe-Dörwald, Dorothea
203 |

Schön vermessen oder Die Gnade der frühen Geburt

Selfies und Apps

Alles, was nicht gemessen wird, ist nicht. Das Schöne an den Zahlen ist ihre Objektivierbarkeit. Bei den Soziologen heißt dieses Phänomen Objektivierungs-Suggestion. Es wird der Eindruck erweckt, dass die numerische Darstellung einen höheren Wahrheitsgehalt hat, also verlässlicher ist als das, was wir wahrnehmen, empfinden und fühlen, ohne daraus ableitbare Daten generieren zu können. Außerdem erzeugt dieser Blick auf die eigenen Daten eine Distanz zum eigenen Körper. Alles geht in eine distanzierte Selbstbetrachtung über, garniert durch eine umfangreiche Sammlung von Selfies, die die visuelle Kontrollinstanz zu den Daten darstellt.

Wozu findet diese Selbstoptimierung überhaupt statt? Wir wissen, dass der Mensch den Vergleich zu seinen…

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Hoppe-Dörwald, Dorothea
212 |

Status: Soziophobikerin

- Glosse -

Mit einer Diagnose lebt es sich doch gleich viel angenehmer, denn das etwas mit mir nicht so richtig stimmen kann, den Verdacht hege ich schon eine ganze Weile.

Dass ich mich unter den Soziophobikern wieder finden würde, hätte ich allerdings nicht vermutet, zumal ich mich beruflich lange mit Angststörungen befasst habe und schon dort auf die Soziophobie gestoßen bin und nie auf die Idee gekommen wäre, dass ich selbst mit dieser Angststörung zu tun haben würde.

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Hoppe-Dörwald, Dorothea
172 |

Ein Schlag ins Wasser

Geschichte schreiben in London bei Olympia

Geschichte schreiben gehört sicherlich zu einer der wichtigsten Sekundärdisziplinen der olympischen Spiele in London 2012.

Angefangen bei den immer aufwendigeren Eröffnungsfeiern, über die Neubauten, die sich an den Sportstätten finden lassen, auch wenn sie Mängel aufweisen, wie die große Schwimmhalle, in der sich die Besucher gegenseitig nicht sehen können. Warum machte einer der vielen Moderatoren daraus eine Bemerkung, schließlich will man ja die Sportler sehen, aber egal.

Geschichte schreiben ja auch gerade die deutschen (Becken-) Schwimmer einschließlich der Nachberichterstattung. Die erste große Kerndisziplin der Spiele ist jetzt endlich geschafft, vom kühlen Nass wird der Blick nun mehr auf die Leichtathleten gelenkt. Doch das…

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Was die Welt zusammenhält

ist dieser Tage das Großereignis in London, genau, es sind die olympischen Spiele!

Und auch für am Sport Uninteressierte, wie ich es bin, ist doch genug visueller Stoff dabei. So setze ich mich also hier und da dazu, wenn ein sportbegeisterter Mensch aufmerksam und gespannt der ununterbrochenen Dauerberichterstattung beiwohnt. Falls etwas verpasst wurde, ist ja auch alles im Netz nachlesbar und anschaubar. Gesegnet sei die 24/7 Berichterstattung!

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Hoppe-Dörwald, Dorothea
135 |

Einfältige Vielfalt – vielfältige Einfalt

Die Bachelorisierung des Studienangebots

Teildisziplinen werden zu eigenständigen Fächern, somit kann man endlich orientiert an den eigenen Neigungen studieren, ohne sich mit den anderen ärgerlichen Pflichtauflagen herum zu quälen. Bald wird es sicherlich möglich sein, Informatik gänzlich ohne Mathematik zu studieren, vielleicht auch Deutsch ohne Grammatik. Auch Pädagogik wird es irgendwie ohne Didaktik geben, denn sonst könnte man ja auch gleich Didaktik studieren. Viel besser sind aber die noch konkreteren und anregenden Studiengänge wie beispielsweise 'Abenteuer- und Erlebnispädagogik', 'Alternde Gesellschaften', 77 betriebswirtschaftliche Bindestrich-Varianten, Caritaswissenschaft, E-Learning und Medienbildung.

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Der süsse Brei

oder: Der Fluch der Endlosschleife

Süßer Hirsebrei, wie in dem bekannten Grimmschen Märchen, ist heute wohl kaum noch das Lebensmittel der Wahl, und man muss kein Gourmet sein, um bei Hirsebrei das Gesicht zu verziehen. Aber trotz allem sind wir heute mehr denn je von süßem Brei umgeben, von einem medialen klebrigen Einheitsbrei, der sich ausbreitet, als sei der Ausschalteknopf abhanden gekommen. In unserer Berieselungswelt rollt der süße Konsumbrei auf allen Kanälen über uns hinweg, um uns herum und droht, uns zu ersticken. Die Fülle und Dicke und Zuckerwattensüße droht jeden kritischen Geist früher oder später zu verkleben. Der Unterschied zum Märchen allerdings besteht darin, dass es nicht zu schaffen ist, sich durch den Brei hindurchzulesen, ...

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