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Rainer, Ulrike
433 |

Life in the United States - 25

Alabama - Das makelhafte Herz von Dixie

Alabama war in seinen Anfängen keine tabula rasa.

1835 machten sich die letzten Chirokees auf zum „Trail of Tears“. Auf ihrem Land wohnen die Nachkommen der weißen Siedler und Sklaven, die in einer erzwungenen Gemeinschaft den Reichtum der Menschen vor dem Bürgerkrieg sicherten, genauer gesagt für weniger als die Hälfte von ihnen. Der Rest waren Kleinbauern, die ihre Unabhängigkeit innerhalb der Kommunen pflegten und die Welt da draußen mit Misstrauen beäugten. Meistens arm, waren sie für neue Ideen schwer zu haben und sahen in höherer Bildung nicht unbedingt einen Ausweg. Nur die Söhne der Plantagenbesitzer genossen die höhere Bildung ihrer Zeit, bei der die Tugenden der Kontinuität und der Pflege von Traditionen im Zentrum standen. Die…

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Rainer, Ulrike
431 |

Rassismus und Polizeigewalt in den USA

Merkwürdigerweise fiel mir zu allererst der Charlie Chaplin Film Modern Times von 1936 ein. Im Film prügeln zwar die Polizisten wahllos “nur” mit Knüppeln auf die Bürger ein und geben eher eine lächerliche Figur ab, doch die Bereitwilligkeit zur Gewalt ist deutlich zu sehen. Ein Jahr zuvor war nach Unruhen in Harlem eine staatlich eingesetzte Kommission zu dem Schluss gekommen, dass willkürliche Polizeigewalt, neben Diskriminierung im Beruf, Bildung und in der Wohnungsbeschaffung, einer der Gründe für den Zorn der Schwarzen war. Nach den schweren Ausschreitungen in einer Anzahl der Großstädte Mitte der 1960iger Jahre folgerte die Kerner Kommission (1968) das Gleiche. Sie musste noch darum kämpfen, das Kind beim Namen zu nennen, d. h. das…

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Rainer, Ulrike
424 |

Life in the United States - 24

Illinois - Prärie soweit das Auge reicht

„Bedrückend in seiner öden Monotonie“, stellte Charles Dickens bei seinem Besuch im Jahr 1842 fest und meinte damit nicht das offizielle Staatslied. Und später bezeichnete ein ebenfalls unbeeindruckter Besucher den Staat als „Illinoleum“. Die bis zum Horizont reichende Prärie der Illiniwek (die besten Menschen) waren nicht jedermanns Sache. Einem britischen Journalisten aber schienen die hohen Gräser wie ein „weiter, Wellen schlagender gewaltiger Ozean.“ Auch ein Reporter aus Boston blieb bei der Metapher: „Für Meilen und Meilen sahen wir nichts außer eine weit ausgedehnte Fläche, die man nur mit einem Ozean vergleichen kann.“

 

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Dimmers, Jan
419 |

WAHLKAMPAGNEN SIND KRISENZEITEN

Interview mit Alexis de Tocqueville über die Wahlen in Amerika, ‘Den Bürgerkrieg im Kopf’ und eine nicht unwahrscheinliche Prognose für die Wahlen in den USA

In Amerika wird die Demokratie positiv getestet. Jede Wahrheit hat ihre Lüge und jede Lüge hat ihre Wahrheit. Die Wörter werden zu Sackgasse ihrer Bedeutung und fressen ihren Sinn, wie die Zeit ihre Kinder frisst. Man fühlt sich in der Nähe einer Macht, die man nicht selbst gewählt hat. Übrig bleibt der Anachronismus des Eigensinns. Der 3. November 2020 wird ein wichtiger Tag. DIE DEMOKRATIE: In selbstherrlicher Zufriedenheit werden wir sie kaum wahrnehmen. Nimmt man sie uns, dann sind wir bereit, für sie unser Leben zu geben. Wird sie überleben?

Jan Dimmers geht dieser Frage in einem Interview mit Alexis de Tocqueville für den Spiegel von Amsterdam nach. Wir bringen dieses Interview in deutscher Sprache. 

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Rainer, Ulrike
417 |

NEW YORK, NEW YORK

Wo ist meine Stadt geblieben?

Heute scheint der Himmel noch dunkler. Und ich meine damit nicht, dass die Sonne durch den Rauch der kalifornischen Feuer verschleiert ist, sondern dass am 18. September 2020, die Oberste Richterin Ruth Bader Ginsburg verstorben ist. Für mich geht damit eine Ära endgültig zu Ende, in der sie so intelligent wie lebensklug wirkte, und in der man fast   glauben konnte, dass es in Dingen der Rechte für Minderheiten und besonders der Rechte für Frauen nur immer weiter aufwärts gehen könnte.

Aber eigentlich wollte ich über etwas ganz anderes schreiben. New York ist meine Lieblingsstadt. Das war sie von Anfang an, als ich noch in Connecticut wohnte und mit dem Zug oft hingefahren bin, sei es, um am Broadway ins Theater zu gehen oder ins…

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Rainer, Ulrike
414 |

VIER JAHRE ZU SPÄT

Kritik zu Mary L. Trump, Ph.D.: Too Much and Never Enough. How my Family Created The World’s Most Dangerous Man.

Wie schrieb der legendäre Liedermacher Woody Guthrie 1954, als er das Pech hatte, in einer Wohnung der Beach Heaven Apartments unterzukommen, die dem alten Fred Trump gehörte:

„Old Man Trump“ / Ich nehme an, / dass der Old Man Trump genau weiß / Wie viel Rassenhass / er im Bluttopf des / menschlichen Herzens / aufrührte, / Als er eine Farblinie zog / Hier in seinem Beach Heaven Familienprojekt./

Eigentlich ein guter Anfang für die Familiengeschichte, oder eher für das Familiendrama, das Mary, die Nichte des gegenwärtigen Besetzers des Weißen Hauses, erzählt. Da ist der grausame, tyrannische und egoistische Vater Fred, Sr., der nichts lieber tut, als andere Menschen, besonders seine Kinder, zu erniedrigen. Seine Frau, die kränkliche und…

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Rainer, Ulrike
411 |

John Bolton – Ein Mann von gestern

Ein Blick hinter die Kulissen einer finsteren Macht

Manches Mal sollte man sich ins Feindeslager begeben, auch wenn man danach am liebsten stundenlang unter der Dusche stehen möchte, um den Dreck wegzuschrubben. So geschehen bei der Lektüre von John Boltons sogenannten Memoiren. Wenn man bedenkt, dass der Mann gerade einmal siebzehn Monate als National Security Advisor unter Trump im Amt war, dann staunt man, dass das Buch satte 494 Seiten hat, und mit dem ausführlichen Register sogar auf 577 Seiten kommt. Auf den zweiten Blick wird aber dann klar, warum das so ist. Wenn in fast jedem Satz es um ICH geht und kräftig ins eigene Horn geblasen wird, füllen sich die Seiten wie von selbst. Der Mann hätte von einem guten Lektor profitieren können, denn es gibt auch viel zu viele Wiederholungen.

I…

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Rainer, Ulrike
410 |

Rassismus in den USA

Déjà vu oder brauchen wir wirklich noch eine weitere Kommission?

Wenn ich mir die Bilder anschaue, überkommt mich ein Gefühl von Resignation, um nicht zu sagen von Hoffnungslosigkeit. Das hatten wir doch schon alles. Im Sommer 1965 unterzeichnete Präsident Lyndon B. Johnson den Voting Rights Act.

Ein paar Tage später stand Watts in Flammen. Der Zünder war eine massive Polizeiaktion wegen einer Kleinigkeit. Viertausend Menschen wurden verhaftet und vierunddreißig starben. Damals sorgte die Polizei in Los Angeles effektiv dafür, dass Afro-Amerikaner keine Arbeit bekamen: Für eine geringfügige Verkehrssünde drohte Verhaftung und damit eine Anzeige. Der oder die Betroffenen waren nun vorbestraft und dadurch zu ewiger Arbeitslosigkeit verdammt. Zwei Jahre später blockierten tausende von Polizisten und…

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Rainer, Ulrike
405 |

WAS IST SCHON EINE NUMMER ?

Die Verluste

Die 58.220 Soldaten, die während des zwanzigjährigen Vietnam Kriegs starben, haben ihre Namen auf einem großen Monument eingraviert. Sie sollen nicht vergessen werden. An die Menschen, die am 11.09.2001 in den Twin Towers umkamen, wird ebenfalls namentlich erinnert. Wer aber, außer den Angehörigen, setzt den 100.000 Opfern des Corona-19 Virus, die innerhalb von drei Monaten starben, ein Denkmal? Und das Ende ist noch immer nicht in Sicht.

 

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Rainer, Ulrike
404 |

LIFE IN THE UNITED STATES AKTUELL

Corona - Fälle und Tote in den USA

Die Stadt New York mit den verheerenden Opferzahlen stand lange im Mittelpunkt der Diskussion aller Versäumnisse. Aber der Gouverneur Andrew Cuomo beschönigte und verschleierte wenigstens nichts. Er mutet den Menschen die Wahrheit zu, und die ist düster.

Die Reichen, die irgendwo auf dem Land ein Ferienhaus besitzen, verließen die Stadt. Einige meiner Nachbarn, deren Kinder in Manhattan arbeiten, holten ihre Sprösslinge nach Hause. Wir wohnen ländlich und sind von Wald umgeben. Distanzhalten ist hier leicht.

Die volle Wucht traf die Armen. Erstens wohnen sie oft als Großfamilien in engen Räumlichkeiten, zweitens sind die Vorbedingungen für eine schwere Erkrankung vorgegeben. Sie leiden öfter an Diabetes und Herzerkrankungen. Und drittens…

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Rainer, Ulrike
397 |

Life in the United States - 23

Mississippi - Der allerärmste Staat

Wir sind wieder im Süden, und zwar im ärmsten Staat der USA. 20% seiner Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. 34,1% von ihnen sind nicht Weiße. Wie konnte es dazu kommen, wenn man bedenkt, dass auch hier einst König Baumwolle unumstrittener Herrscher war und manche Menschen auf Kosten anderer reich machte? Der Zensus von 1860 zeigt, dass 55% der Bevölkerung Mississippis Sklaven waren.

Sie waren es, die Straßen und Deiche bauten, Sümpfe trockenlegten, das Vieh versorgten, kochten, nähten, Wäsche wuschen und die Felder bestellten. Lassen wir für diesen Staat hauptsächlich sowohl die einen als auch die anderen für sich selbst sprechen.

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Rainer, Ulrike
387 |

Life in the United States - 22

INDIANA - Wo ein Paradies ist, bleiben Utopisten nicht aus.

Es scheint, dass sich das Paradies immer weiter nach Westen verschiebt. Glaubte man nicht schon in Kentucky und Ohio am Ziel zu sein? Die Landschaft unterscheidet sich nämlich nicht von derjenigen der Nachbarstaaten. Der Autofahrer merkt nicht, ob er noch in Ohio oder schon in Indiana ist, oder ob er noch in Indiana oder schon in Illinois fährt. Vom Flugzeug aus sieht man nur einförmige Weite. Deshalb nennt man Indiana auch den „Fly Over State“.

Die künstlichen Grenzen des Staats sind wie mit dem Lineal gezogen, bloß Linien auf der Landkarte. Nur im südlichen Teil sorgen der Ohio im Osten und der Wabash im Westen für Abwechslung. Im Nordwesten unterbricht ein kleiner Teil des Lake Michigan die strengen Linien.

Mehr zur Geschichte INDIANAS

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Rainer, Ulrike
370 |

Life in the United States - 21

Louisiana: Les Belles Et Les Bêtes

Louisiana war von 1682-1762 französische Kolonie, von 1762 bis 1800 unter spanischer Herrschaft, und wurde von 1800 bis 1803 wieder an Frankreich abgegeben. 1803 fiel das Territorium durch den Louisiana Purchase an die USA.

Mehr zur Geschichte LOUISIANAS lesen Sie in unserem neuen Text aus unserer AMERIKA-Reihe.

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Rainer, Ulrike
356 |

Life in the United States - 20

Ohio - Land der Mitte

Der Staat Ohio hat den Anschluß an die neuere Zeit verpasst. Es gibt verschiedene Wege aus der Krise. Aber ein Weg in die Zukunft erfordert überhaupt keine Wahl. - Der Weg von gestern leistet Veränderungen Widerstand und verweigert die Erkenntnis, da Kräfte am Werk sind, die grundlegende Wandlungen herbeigeführt haben. Es ist ein Weg in die Isolation und den Niedergang. Anstatt den Rückgang von Ohios Größe zu beklagen und die Vergangenheit in Museen zu feiern und zu pflegen, müssten sich die Menschen wie einst engagieren: durch Innovation, Experimentierfreudigkeit und vor allem Bildung.

 

 

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Rainer, Ulrike
324 |

Life in the United States - 19

Tennessee - Der dreigeteilte Staat

Gallia est omnis divisa in partes tres ... Tennessee auch. Neben dem geographischen Aspekt gibt es natürlich viele andere Dinge in der Geschichte Tennessees zu entdecken.  

Angefangen hat alles mit den ersten Siedlern: "Es waren Trapper, solche auf der Suche nach Gold und Ruhm; die Träumer einer besseren Welt; die Retter von Seelen; Landspekulanten, die ihre eigenen Gesetze machten und Schlingel, die vor dem Gesetz flüchteten, und immer mehr Siedler, die kleine Gehöfte in die Wildnis bauten."   

Zu Tennessee gehört auch die Geschichte des Ku Klux Klans und der kleine Ort Black Oak Ridge, der durch ein wichtiges militärisches Projekt gegen Ende des Zweiten Weltkriegs kurzzeitig seine Einwohnerzahl vervielfachen konnte. 2012 gibt es dann…

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