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Dörwald, Uwe
333 |

THINKING IS READING-ON-THE-MOVE

"Slow Philosophy" is a love letter to philosophy

Man kann die Welt der Bücher beschreiben wie Hans Blumenberg in Die Lesbarkeit der Welt: "... mit einem Mal (wird) der Staub auf den Büchern sichtbar. Sie sind alt, stockfleckig, riechen moderig, sind eines vom anderen abgeschrieben, weil sie die Lust genommen haben, in anderem als in Büchern nachzusehen. Die Luft in Bibliotheken ist stickig, der Überdruß, in ihr zu atmen, ein Leben zu verbringen, ist unausbleiblich. Bücher machen kurzsichtig und lahmärschig, ersetzen, was nicht ersetzbar ist." Man kann einen Durchlauf, wenn nicht durch die ganze Geschichte der Kunst, so doch durch die im Louvre ausgestellte Kunst haben, entweder in 9 Minuten und 43 Sekunden wie in Jean-Luc Godards Film Bande à Part von 1964 oder gar in 9 Minuten und 27…

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Dörwald, Uwe
326 |

Krisenliteratur und ihre Halbwertszeit

Anlässlich Slavoj Zizeks >>Der Mut der Hoffnungslosigkeit<<

Wir leben, so lautet ein wirkmächtiges Narrativ der Gegenwart, in postmodernen und postfaktischen Zeiten, was zur Folge hat, dass sich Begriffe wie Wahrheit oder Erkenntnis verflüssigen. Dies gilt für den politischen und den sozialen wie auch für den wissenschaftlichen Raum. Dabei gibt es natürlich ein Interesse an der momentanen Verblödung der Welt und an der zunehmenden Politisierung des Alltags, zu der auch, wie manche vermuten, die digitale Verflachung der Welt ihren Obulus entrichtet. Aber man muss aufpassen, dass man nicht in Denkfallen gelockt wird.

 

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Wendzel, Steffen
323 |

Ich hab' nichts zu verbergen!

Rezension zum Buch "Komplizen des Erkennungsdienstes"

In den letzten Jahren gab es viele Skandale, die die Datensicherheit von Nutzerprofilen in den sozialen Netzwerken betreffen. Momentan wird diese Debatte dominiert von der aktuellen und berechtigten Aufregung um Facebook. - Facebook ist mal wieder in den Schlagzeilen. In diesem Kontext stellt sich die Frage nach der Sicherheit unserer Daten und unserer Profile, die wir im digitalen Raum hinterlassen.    

Vor diesem Hintergrund rezensiert Steffen Wendzel, Professor für IT-Sicherheit an der Hochschule Worms, für uns das Buch "Komplizen des Erkennungsdienstes. Das Selbst in der digitalen Kultur" von A. Bernard.

 

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FREIE PRESSE IST EXISTENZIELL

Rezension zu Philippe Soupaults "Die Zeit der Mörder. Erinnerungen aus dem Gefängnis."

Damals galt und heute gilt: Das freie Wort ist immer gefährdet. Ganz besonders gilt das in totalitären Regimen. Journalisten sind mitunter unbequem mit dem, was sie zu sagen haben. Viel zu oft zahlen Journalisten wie Deniz Yücel, Caruna Galizia (Malta) oder Ján Kuciak (Slowakei) einen hohen Preis für ihre Arbeit.

Auch Philippe Soupault, dessen Buch Zeit der Mörder jetzt auf deutsch erschienen ist, ging für die Wahrheit ins Gefängnis.

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Dörwald, Uwe
317 |

Eine völlig durchgeknallte Arbeitswelt

Undurchsichtige Rankings und charmante Cheerleader

Stellen sie sich vor, sie kommen morgens zu ihrem Arbeitsplatz und in der Lobby ihrer Firma hängt ein überdimensionierter Bildschirm, auf dem sie immer ihren Namen finden können und dahinter steht eine Bewertung, wo sie gerade in der Firma gerankt sind. Ob ihre firmeninternen Aktien oder ihre Reputation gestiegen oder gesunken sind, sehen sie sofort, wie alle anderen auch. Den Algorithmus bzw. die Kriterien, nach denen sie und ihre KollegInnen bewertet werden, kennt niemand, außer dem Chef, den noch niemand gesehen hat und der sich nur mit unverständlich gemurmelten Anweisungen, die durch Lautsprecher in die Büros übertragen werden, zeigt. Zusätzlich müssen sie sich täglich einen neuen freien Arbeitsplatz suchen und den KollegInnen im Büro…

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Dörwald, Uwe
312 |

Bücher statt Screens

Vom Wert der privaten und öffentlichen Bibliotheken

Es gibt die wahren Mythen von berühmten und verschwundenen Bibliotheken und die Geschichte des großen Schriftstellers, Bibliothekars und Lesers Jorge Luis Borges, der für den Autor der Verborgenen Bibliotheknatürlich eine große Rolle spielte. Es gibt den Gedanken, dass jede Bibliothek auch etwas über seinen Besitzer aussagt - Zeige mir deine Bibliothek und ich sage dir, wer du bist! - und es gibt natürlich die völlig subjektiven Umgangsweisen mit privaten Bibliotheken, die auch Orte der Erinnerung sind, und deren Wichtigkeit und Bedeutung man erst bemerkt, wenn sie nicht mehr da sind. Man hat schon von Leuten gehört, die am Verlust ihrer Bücher zu Kranken, von anderen, die an ihrem Erwerb zu Verbrechern geworden sind. Über einer privaten…

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Dörwald, Uwe
349 |

Soziologie oder Biographie? Man muss sich entscheiden.

Eribons privater Klassenkampf in „Gesellschaft als Urteil“

Didier Eribon, der mutmaßlich neue Stern am französischen Intellektuellenhimmel, braucht ganze 264 Seiten bis er zum Schluss seines Buches „Gesellschaft als Urteil“, das in den Feuilletons auch schon mal als Meta-Buch bzw. als Begleit- oder Kommentarbuch zu seinem Erfolgstitel „Rückkehr nach Reims“ bezeichnet wurde, auf den Punkt kommt: „Sicher bin ich mir nur, dass einzig eine immer wieder erneuerte theoretische Analyse der Herrschaftsmechanismen mit ihren unzähligen Funktionen, Registern und Dimensionen in Verbindung mit dem unverwüstlichen Willen, die Welt im Sinne einer größeren sozialen Gerechtigkeit zu verändern, uns in die Lage versetzt, den vielgestaltigen Kräften der Unterdrückung zu widerstehen.“ In diesem Sinne ist sein Buch eine…

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Dörwald, Uwe
340 |

Yanis Varoufakis’ Kampf gegen die Institutionen

Schulden sind Schulden sind Schulden sind Schulden - Basta

Varoufakis kommt in seinem Buch zu dem Schluss, dass das, was er „unmittelbar miterlebte, nur als ein nackter Klassenkampf zu beschreiben war, der die Armen traf und die herrschende Klasse auf skandalöse Weise begünstigte.“, was sich zum Beispiel daran zeigte, dass die Gehälter von griechischen Funktionären, die die Troika zu ihren Leuten zählte, nicht gekürzt, sondern angehoben wurden. Das ist für Varoufakis die Anwendung nackter Gewalt, um politische Maßnahmen durchzusetzen. So wird der Grundsatz eines Robert Bosch, dass Vertrauen wichtiger ist als Zahlen, vom Kopf auf die Füße gestellt: Im Neoliberalismus sind Zahlen wichtiger als Vertrauen.

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Hoppe-Dörwald, Dorothea
338 |

Mein Leben mit Maarten Koning

Was kann an einem über 5.000 Seiten dicken Roman mit dem eher langweiligen Titel „Das Büro“ schon so interessant sein, dass man sieben Bände verschlingt, zumal dieser Roman schon fast aus der Zeit gefallen erscheint, da er sich in den Jahren 1957 bis 1989 abspielt? Wir befinden uns immer im Gestern und was soll da an dreißig Jahren Büroalltag schon spannend sein ...

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Dimmers, Jan
336 |

Das Lachen in Shakespeares >>Ein Sommernachtstraum<<

In diesem Texte über Lachen und Humor habe ich Inspiration in einer Zeit gesucht, in der Humor ins Zentrum der Aufmerksamkeit gezogen wurde. Das war an der Grenze des späten Mittelalters und der Renaissance. Die Wurzeln der Moderne stammen aus dieser Zeit und in diesem Zusammenhang nenne ich die Namen von Erasmus, Rabelais, Montaigne, Cervantes und Shakespeare. Die vier genannten Autoren rückten auf ähnliche Weise und aus gleichen Gründen das Lachen in den Mittelpunkt wie Shakespeare.  

Zuerst spreche ich über das Lachen und auch über das Lächerliche als gesellschaftliches Phänomen. Dann lasse ich Theorien darüber Revue passieren und versuche diese auf die Werke von Shakespeare anzuwenden. Zur weiteren Konkretisierung hole ich dies näher…

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Dörwald, Uwe
332 |

Ein Container der Zeitgeschichte

Voskuils Roman DAS BÜRO - Band 2

Georg Steiner zitiert in seinem Buch Warum Denken traurig macht den DichterColeridge: „Arbeit ohne Hoffnung leert Nektar in ein Sieb, Hoffnung ohne Objekt kann nicht überleben.“ Da man das Denken ebenso wenig wie das Atmen einstellen kann, kann man auch einer gewissen Traurigkeit am Arbeitsplatz nicht entgehen, wenn man nachdenkt über das, was man den ganzen Tag in einem Büro so tut oder tun muss. Das weiß auch Maarten Koning, unser Held des BÜROS, wenn er am Ende des zweiten Bandes mit dem Titel Schmutzige Hände sagt „Kraft schöpft man aus der Sicherheit, dass man so lebt, wie man leben will. ... Wenn man etwas tut oder an etwas glaubt, das es wert ist, es gegen die Mehrheit der Menschen zu verteidigen. ... Die Arbeit von halb neun bis…

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Dörwald, Uwe
330 |

Gerechtigkeit für alle ist eine Illusion

Die Frage nach der Gerechtigkeit, insbesondere im gesellschaftspolitischen Bereich, ist spätestens seit dem Wahlkampf von Martin Schulz wieder auf der Tagesordnung. Schulz plakatierte und proklamierte den (inhalts)leeren Slogan Zeit für mehr Gerechtigkeit.

Karen Gloy nun sieht und benennt aktuelle Problematiken von Gerechtigkeitsfragen an vielen Stellen ihres Textes, für sie sind die (politischen/soziologischen) Beschreibungen der Gegenwart evident. Ihr Ziel ist aber ein anderes; denn „es (gibt) in der Hitze des Gefechtes kaum eine tiefer dringende Analyse und philosophische Reflexion (...)“. Analyse und philosophische Reflexion entsprechen aber genau der Aufgabe, die sich Gloy selbst stellt: "Meine Aufgabe als Philosophin, als Vor- und…

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Hoppe-Dörwald, Dorothea
328 |

Die Geschichte eines Almajirai

Mit dem Roman An einem Dienstag geboren von Elanthan John legt der Heidelberger Wunderhorn Verlag ein weiteres bemerkenswertes Buch in seiner Reihe für zeitgenössische afrikanische Literatur (AFRIKAWUNDERHORN), herausgegeben von Indra Wussow, vor.

   Das Buch An einem Dienstag geboren ist die Geschichte von Dantala, einem Koranschüler, der seine Geschichte erzählt und es führt uns in den Norden Nigerias. Alles beginnt im Jahr 2003, auf den Straßen von Bayan Layi, einer fiktiven Stadt.

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Berger, Thomas
320 |

Toleranz bei G. E. Lessing

Ein Problemfall

Lessings Nathan der Weise nimmt in der Geschichte des Toleranzbegriffs einen herausgehobenen Platz ein. Die in dem Drama enthaltene Botschaft der viel gerühmten Ringparabel bildet einen festen Bestandteil der deutschen Aufklärung und erfreut sich bis heute einer breiten Rezeption.

Vor dem Hintergrund der Beschreibung des zeitgeschichtlichen Entstehungszusammenhangs werden die inhaltlichen Grundzüge des Werkes mit der Ringparabel als Zentrum dargelegt. Auf diesem Fundament wird das Lessingsche Toleranzideal einer kritischen Betrachtung unterzogen.

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Dörwald, Uwe
316 |

Die Menschen zahlen immer die Rechnung

Über den dokumentarischen Bildband „The Human Cost of Agrotoxins“ von Pablo E. Piovano

Glyphosat ist ein Unkrautvernichtungsmittel und Glyphosat ist in nahezu allen Lebensmitteln zu finden. Hersteller sagen dann immer und gebetsmühlenhaft, die Menge des Giftes, die gefunden wird, sei unbedenklich im Rahmen der Grenzwerte, aber es gebe natürlich immer etwas, das verbessert werden könnte. Forscher erwidern, die offiziellen Grenzwerte seien überholt und müssten verschärft werden.

Die Diskussion um den Einsatz von Glyophosat-Herbiziden kocht bei uns immer dann hoch, wenn Rückstände des Herbizids in Lebensmitteln wie zum Beispiel in Edelmarken wie dem Speiseeis von Ben und Jerry’s gefunden wurden.

Die Folgen des Einsatzes von Glyphosat-Herbiziden auf genetisch modifizierte Nutzpflanzen in Argentien hat der Fotograf Pablo E.…

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