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Dörwald, Uwe
368 |

Salman Rushdies "Satanische Verse"

Begleitet von einer Art doppeltem Vorspann bringen wir aus Anlass des dreißigsten Jahrestages der Fatwa gegen den Schriftsteller Salman Rushdie (Februar 1989) eine Besprechung der Satanischen Verse aus dem gleichen Jahr.

Denn es bleibt wichtig, sowohl die Meinungsfreiheit als auch die Kunstfreiheit zu verteidigen.

Am 21. Februar 2019 brachte die FAZ einen Text des amerikanischen Journalisten James Kirchick mit der Überschrift Die freie Welt legt sich selbst einen Maulkorb an. Kirchick beschreibt in seinem Text, wie seit der Fatwa gegen Salman Rushdie die Schere im Kopf funktioniert und er beklagt ein „kollektives Versagen westlicher Gesellschaften, die vor drei Jahrzehnten, als ein Schurkenstaat einen Schriftsteller zur Zielscheibe einer…

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Hoppe-Dörwald, Dorothea
363 |

100 Jahre DADA

Vom Dadaismus zum Surrealismus

Konformer als in unserer Welt, die zugleich einen ausgeprägten Individualismus propagiert, ging es vielleicht nie zu. Skandale scheinen niemanden mehr hinter dem Ofen hervorzulocken. DADA gelang es noch, Skandale zu erzeugen!

Manchmal muss ein Buch nicht dick sein, um eine große Wirkung zu erzielen. Der kleine Band, der es in sich hat, ist zugleich ein wundervoller Band, der Lust macht, sich mit dem Dadaismus und Surrealismus intensiver zu befassen. Das verdanken wir dem Verlag Das Wunderhorn mit dieser herrlichen Ausgabe von Ré Soupaults Essays. Wir treffen auf die kurzen Phasen in der Kunst und in der Literatur, die auch für die heutige Zeit inspirierend wirken könnten, wenn es darum geht, Neues radikal zu denken.

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Berger, Thomas
361 |

Tunnel des Lebens

Das säkulare Gewand eines theologischen Denkmodells

Der 1990 in Neuchâtel verstorbene schweizerische Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt (geboren 1921) hinterließ ein breit gefächertes Werk: Theaterstücke, Hörspiele, Romane, Erzählungen und Essays. Vor allem einer seiner Texte ist mir in lebhafter Erinnerung geblieben: die Erzählung Der Tunnel. Sie erschien erstmals 1952, in der bearbeiteten Fassung 1978.   

Steigen wir in einen Eisenbahnzug nach Zürich, wie es der vierundzwanzigjährige Student der Geschichte an einem Sonntagnachmittag tut. Lassen wir nun etwa zwanzig Minuten Fahrtzeit vergehen, wobei wir uns dessen erfreuen, was zwischen Alpen und Jura vom Fenster aus zu betrachten ist. Nach Verstreichen dieser Frist fährt unser voll besetzter Zug gleich nach Burgdorf im Kanton Bern in…

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Hoppe, Felicitas
359 |

KÄSE, FREIHEIT UND ANGST

Wir sind keine Bewohner des Elfenbeinturms

Elfenbeintürme werden im Zusammenhang mit Kunst (und Wissenschaft) immer wieder thematisiert. Im Zusammenhang mit Elfenbeintürmen geht es um den Realitätsbezug, - die Weltferne bzw. Weltfremdheit oder die Weltnähe -, von Kunst und Künstlern. Es geht um Fragen wie die, wofür Kunst steht und wozu Fiktion überhaupt nützlich ist. Es geht um die Daseinsberechtigung von Kunst und Künstlern in einer an Wirtschaft, Nutzen und Effizienz orientierten Welt, in der der Raum für Geschichten und Erzähltes enger wird. Es geht um die Freiheit der Kunst und um die Freiheit von Künstlern. Wo es um Freiheit geht, geht es immer um alles und - existenzialistisch gesehen - auch um die Angst (vor der Freiheit) und - salopp gesprochen - immer auch um den Käse, den…

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Wolfgang HÖRNER & Tobias ROTH
358 |

>>Ich liebe die Freiheit. Ich will und kann keiner Partei dienen.<<

Möge der Name Verpflichtung sein!

"Manchmal hat man das Gefühl, es sei Zeit: diesmal, Zeit dafür, auf die Benennung der AfD-nahen Stiftung als "Desiderius Erasmus"-Stiftung zu reagieren. Die Benennung einer AfD-nahen Stiftung nach Erasmus hat kurz ein wenig schockiert und verblüfft und zum Widerspruch herausgefordert, aber beim Weiterdenken zu einer anderen Idee geführt: warum nicht die Gelegenheit beim Schopf packen und einen kleinen Band Erasmus machen. Damit alle nachlesen können, wonach die sich benannt haben: nämlich nach einem höchst menschenfreundlichen, die Toleranz, den Ausgleich und die Herzensgüte propagierenden Menschen, den Deutschland nicht sonderlich interessierte und der nicht mehr und nicht weniger als Weltbürger sein wollte.“ Wolfgang Hörner   

Wir von sc…

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Dörwald, Uwe
352 |

Gretzky & ,Hoppe‘ – vom Spiel ,auf dünnem Eis‘ zu poetischen Freiheiten

Eine essayistische Annäherung an Hoppe

… weil wir nicht aufgeben, der Literatur eine Bedeutung abzuringen, beschäftigen wir uns mit Literatur und haben im besten Fall und ökonomisch gesprochen so etwas wie einen ,Mehrwert‘ von dieser Beschäftigung. Wir als Leser, die nach Sinn und Bedeutung oder den Erzählprinzipien in der Literatur und bei Hoppe suchen, werden „ohnehin alles durcheinanderbringen“, wenn wir ein literarisches Werk betrachten, weil wir uns „die Freiheit, die Hoppe im Akt des Schreibens erfährt“, auch als Leser nehmen dürfen. 

 

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GEMETZEL MIT ETZEL

Nibelungenfestspiele 2018

Die Nibelungenfestspiele 2018 sind eröffnet, der rote Teppich für die B-Promis ist entrollt, der Heylshof erstrahlt in bester Gastgebermanier und die Schönen und Reichen strömen herbei. Premierenkarten sind besondere Karten, da strengen sich viele noch mal ganz besonders an.  

Die Regie führt in diesem Jahr Roger Vontobel, das Autorenduo Feridun Zaimoglu und Günter Senkel haben den Federkiel gespitzt und den Text für das Stück geschrieben. Eine Fortschreibung wird angekündigt, es wird etwas ganz Neues, heißt es.

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Berger, Thomas
341 |

GRAZIE UND INTUITION

Zur Aktualität einer Verhältnisbestimmung

bei Heinrich von Kleist

 

Vor mehr als zweihundert Jahren, genauer: 1810, erschien in den Berliner Blättern die Abhandlung Über das Marionettentheater. Der Dichter Heinrich von Kleist (1777−1811) wendet sich darin – der Sache nach − einem Begriffspaar zu, das die Philosophie seit Platon (428/427−348/347) beschäftigt. Auch die Psychologie, etwa C. G. Jung (1875−1961), und die Ethik, wenn sie nach dem Fundament der Unterscheidung von Gut und Böse forscht, widmen sich den polaren Größen Gefühl und Verstand, Anschauung und Reflexion, intuitives und diskursives Erfassen. Die zentrale Frage lautet: Welcher Stellenwert kommt den konträren Größen zu, und in welchem Verhältnis stehen sie zueinander?     

Jüngere Untersuchungen, beispielsweise das Werk Multiple Intelligences

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Berger, Thomas
337 |

POESIE UND SCHICKSAL

Zum 130. Todestag Theodor Storms

Der deutsche Schriftsteller Theodor Storm starb am 4. Juli 1888 im nordfriesischen Hademarschen. Seine literarischen Werke sind weltweit verbreitet. Zum 130. Todestag am 4. Juli 2018 widmet sich der nachfolgende Essay dem Leben und Wirken des bedeutenden Lyrikers und Novellisten. Zudem wird die Frage erörtert, ob beziehungsweise inwiefern Storm als Heimatdichter zu betrachten ist. 

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Dörwald, Uwe
333 |

THINKING IS READING-ON-THE-MOVE

"Slow Philosophy" is a love letter to philosophy

Man kann die Welt der Bücher beschreiben wie Hans Blumenberg in Die Lesbarkeit der Welt: "... mit einem Mal (wird) der Staub auf den Büchern sichtbar. Sie sind alt, stockfleckig, riechen moderig, sind eines vom anderen abgeschrieben, weil sie die Lust genommen haben, in anderem als in Büchern nachzusehen. Die Luft in Bibliotheken ist stickig, der Überdruß, in ihr zu atmen, ein Leben zu verbringen, ist unausbleiblich. Bücher machen kurzsichtig und lahmärschig, ersetzen, was nicht ersetzbar ist." Man kann einen Durchlauf, wenn nicht durch die ganze Geschichte der Kunst, so doch durch die im Louvre ausgestellte Kunst haben, entweder in 9 Minuten und 43 Sekunden wie in Jean-Luc Godards Film Bande à Part von 1964 oder gar in 9 Minuten und 27…

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Ilgner, Julia
331 |

DEAD BUT ALIVE

Felicitas Hoppe und Jo Lendle erwecken in ihrem Akzente-Band die Legende zu neuem Leben

Tot sind sie (fast) alle – die Helden und Heiligen, Berühmten und Vergessenen, Wahren und Erfundenen, die in der aktuellen Ausgabe der traditionsreichen Akzente- Literaturzeitschrift des Münchner Hanser-Verlags, vor über 60 Jahren von Walter Höllerer und Hans Bender gegründet, dann lange Zeit von Micheal Krüger betreut und seit 2015 mit neuem Konzept von Jo Lendle und einem wechselnden Gast herausgegeben, literarisch reanimiert werden – mit Ausnahme von Whistleblower und WikiLeaks-Gründer Julian Assange, der sich mit seiner eskapistischen Existenz in der ecuadorianischen Botschaft in London jedoch auch irgendwie dem Leben und den Lebenden entzogen hat.   

Aber Totgesagte leben, zumindest dem Volksmund nach, bekanntlich länger: So mag das…

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Dörwald, Uwe
326 |

Krisenliteratur und ihre Halbwertszeit

Anlässlich Slavoj Zizeks >>Der Mut der Hoffnungslosigkeit<<

Wir leben, so lautet ein wirkmächtiges Narrativ der Gegenwart, in postmodernen und postfaktischen Zeiten, was zur Folge hat, dass sich Begriffe wie Wahrheit oder Erkenntnis verflüssigen. Dies gilt für den politischen und den sozialen wie auch für den wissenschaftlichen Raum. Dabei gibt es natürlich ein Interesse an der momentanen Verblödung der Welt und an der zunehmenden Politisierung des Alltags, zu der auch, wie manche vermuten, die digitale Verflachung der Welt ihren Obulus entrichtet. Aber man muss aufpassen, dass man nicht in Denkfallen gelockt wird.

 

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Uzukauskaite, Lina
314 |

ZUR UTOPIEAUFFASSUNG INGEBORG BACHMANNS

Die Utopieauffassung Ingeborg Bachmanns (1926-1973) wurde durch ihre Auseinandersetzung mit dem Schriftsteller Robert Musil (1880-1942) und seinem Hauptwerk Der Mann ohne Eigenschaften (1930/31, 1932/33, 1952) entscheidend geprägt. Im Bereich der Literaturwissenschaft wurden die im Werke Bachmanns nachzuweisenden Spuren der intensiven Musilrezeption in mehreren Publikationen bereits behandelt (vgl. u. a. Agnese, 1996, 103-114; Bartsch, 1980, 162-169; Weber, 1986, 55-74).

Dieser Beitrag konzentriert sich in erster Linie auf das Möglichkeitsdenken und die fünf zentralen Utopien im Mann ohne Eigenschaften sowie im weiteren Verlauf auf das utopische Denken Bachmanns, das u. a. anhand einiger Beispiele aus ihrem Roman Malina (1971)…

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Steierwald, Ulrike
344 |

Literarische Über-Setzungen

Lorenzo da Ponte und Thomas Kling im Rahmen der Leuphana Reihe "10 Minuten Lyrik"

An der Universität Lüneburg gibt es die schöne Reihe "10 Minuten Lyrik". - Ulrike Steierwald, Professorin für Literaturwissenschaft, befasst sich im Rahmen dieser Reihe mit Lyrik von Lorenzo da Ponte und Thomas Kling.

  • Literatur vermag es, im Sprachraum des brennenden Archivs das eigentlich nicht zu Denkende und nicht in Worte zu Fassende zu übersetzen.
  • Eine Übertragung ist keine Übersetzung. Verständigung und Kommunikation können nur durch den übertragenen Sinn gelingen, die Übersetzungen des nicht zu Begreifenden hingegen sind beim Wort zu nehmen.
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Dimmers, Jan
336 |

Das Lachen in Shakespeares >>Ein Sommernachtstraum<<

In diesem Texte über Lachen und Humor habe ich Inspiration in einer Zeit gesucht, in der Humor ins Zentrum der Aufmerksamkeit gezogen wurde. Das war an der Grenze des späten Mittelalters und der Renaissance. Die Wurzeln der Moderne stammen aus dieser Zeit und in diesem Zusammenhang nenne ich die Namen von Erasmus, Rabelais, Montaigne, Cervantes und Shakespeare. Die vier genannten Autoren rückten auf ähnliche Weise und aus gleichen Gründen das Lachen in den Mittelpunkt wie Shakespeare.  

Zuerst spreche ich über das Lachen und auch über das Lächerliche als gesellschaftliches Phänomen. Dann lasse ich Theorien darüber Revue passieren und versuche diese auf die Werke von Shakespeare anzuwenden. Zur weiteren Konkretisierung hole ich dies näher…

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