Rainer, Ulrike
196 | April 2015

Life in the United States - 9

Massachusetts: Der Rebellische

Wir wissen bereits, welche wichtige Rolle Massachusetts im Revolutionskrieg spielte. Die berühmt-berüchtigte Boston Tea Party war erst der Anfang. Ihre 180 Teilnehmer würden heute manche als Hooligans bezeichnen, denn zwei Drittel von ihnen waren unter zwanzig Jahren und nicht unbedingt an größeren politischen Zusammenhängen interessiert.  Die Verkleidung einiger als Indianer war nicht dazu gedacht, den Eingeborenen die Tat in die Schuhe zu schieben, sondern diente dem Selbstschutz. Das Zerstören von Tee fiel unter die Rubrik Hochverrat und darauf stand die Todesstrafe. Zwei der Anführer, John Adams und sein Cousin Samuel Adams, sind uns schon bekannt. John Adams, später der zweite Präsident der vereinigten Kolonien, war zusammen mit John Hancock, einem weiteren aktiven Teilnehmer an der Revolution, einer der Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung. In der neuen Verfassung des Staats erhielt Bildung einen besonderen Platz: ”… zu ermutigen und ermuntern [seien] die Pflege der Künste und Wissenschaften und aller guter Literatur.” [mehr]
Dörwald, Uwe
195 | April 2015

Statt eines Nachrufs auf Günter Grass

Die wirkmächtige Stimme Oskar Matzeraths aus der BLECHTROMMEL, die Kochrezepte aus dem BUTT, manche politischen Statements und Einwürfe, einige Gedichte und ausgewählte Stiche werden sicher in Erinnerung bleiben. Statt eines Nachrufs auf einen großen Erzähler bringen wir drei alte Rezensionen, die u.a. in der RHEINPFALZ publiziert wurden. Günter Grass war für mich als Schüler ein Auslöser, mich überhaupt mit so etwas wie Literatur zu befassen. [mehr]
Hoppe-Dörwald, Dorothea
193 | April 2015

Die heilige Jungfrau vom Nil kann keine Wunder

Ein Guckloch in afrikanische Geschichte

Von Anfang an durchzieht den Roman, wie eine unheilvolle Ahnung, die Geschichte Ruandas, die sich nicht ablegen lässt, die sich nicht heilen lässt, die nicht zur Ruhe kommen will und die für Außenstehende vielleicht auch niemals verständlich wird. [mehr]
Brose, Thomas
192 | März 2015

Günter de Bruyn

Im Spannungsfeld von Literatur, Macht und Wahrheit

Warum im Jahr 2015 ein Beitrag zu Günter de Bruyn? Das kann man sich fragen. Die Antwort scheint einfach. Günter de Bruyn stellt wichtige Fragen, die auch heute Geltung haben. - Wie reagiert man auf politische Heilsversprechen, die es immer geben wird? - Welche Denkverbote halten uns (auch heute) von Reformen ab? - Wie gegenwärtig sind autoritär vorgeprägte Charaktere (in der Gesellschaft, in Institutionen, in Firmen, etc.), die mit Gesten der Machtanbetung und Untertanen-Mentalität auf Machtstrukturen reagieren? Thomas BROSE macht am Beispiel Günter de Bruyns klar, das Spannungsfeld aus Literatur, Macht und Wahrheit ist immer eines der Gegenwart. [mehr]
SCHROM, Michael
191 | Februar 2015

Die schwarze Taube über Paris

"Unterwerfung" - eine politische Fiktion

>>Am selben Tag, an dem das Buch in Paris vorgestellt wurde, ermordeten Dschihadisten viele Redakteure und Karikaturisten von "Charlie Hebdo". Houellebecq selbst steht unter Polizeischutz. Der vom Autor stets bestrittene Vorwurf, "Unterwerfung" sei ein islamophobes Werk, ist nicht haltbar. Es gibt keine gotteslästerlichen Passagen, keinen Satz über Mohammed, dafür umso mehr kritische Anfragen an die säkulare laizistische Gesellschaft des Westens hinsichtlich ihres Umgangs mit dem kulturellen und christlichen Europa.<< Wir danken Michael SCHROM und der Wochenzeitschrift CHRIST IN DER GEGENWART für die Abdruckgenehmigung. Der hier publizierte Text ist im Original erscheinen in: Nr.7/2015, Freiburg i.Br., www.christ-in-der-gegenwart.de [mehr]