Brose, Thomas
192 | März 2015

Günter de Bruyn

Im Spannungsfeld von Literatur, Macht und Wahrheit

Warum im Jahr 2015 ein Beitrag zu Günter de Bruyn? Das kann man sich fragen. Die Antwort scheint einfach. Günter de Bruyn stellt wichtige Fragen, die auch heute Geltung haben. - Wie reagiert man auf politische Heilsversprechen, die es immer geben wird? - Welche Denkverbote halten uns (auch heute) von Reformen ab? - Wie gegenwärtig sind autoritär vorgeprägte Charaktere (in der Gesellschaft, in Institutionen, in Firmen, etc.), die mit Gesten der Machtanbetung und Untertanen-Mentalität auf Machtstrukturen reagieren? Thomas BROSE macht am Beispiel Günter de Bruyns klar, das Spannungsfeld aus Literatur, Macht und Wahrheit ist immer eines der Gegenwart. [mehr]
SCHROM, Michael
191 | Februar 2015

Die schwarze Taube über Paris

"Unterwerfung" - eine politische Fiktion

>>Am selben Tag, an dem das Buch in Paris vorgestellt wurde, ermordeten Dschihadisten viele Redakteure und Karikaturisten von "Charlie Hebdo". Houellebecq selbst steht unter Polizeischutz. Der vom Autor stets bestrittene Vorwurf, "Unterwerfung" sei ein islamophobes Werk, ist nicht haltbar. Es gibt keine gotteslästerlichen Passagen, keinen Satz über Mohammed, dafür umso mehr kritische Anfragen an die säkulare laizistische Gesellschaft des Westens hinsichtlich ihres Umgangs mit dem kulturellen und christlichen Europa.<< Wir danken Michael SCHROM und der Wochenzeitschrift CHRIST IN DER GEGENWART für die Abdruckgenehmigung. Der hier publizierte Text ist im Original erscheinen in: Nr.7/2015, Freiburg i.Br., www.christ-in-der-gegenwart.de [mehr]
Dörwald, Uwe
190 | Februar 2015

FOTOS VOM KRIEG

>>AT WAR

Fotografien spielen in unserer bildorientierten und von Bildern besessenen Welt eine immer größere Rolle. Auf der einen Seite zurecht, weil unsere Erinnerung Bilder braucht, damit sie nicht blass bleibt; auf der anderen Seite ist ein Bild für sich allein nicht immer aussagekräftig. Erst der Text, der das Foto in einen zeitlichen und räumlichen Zusammenhang stellt, erschließt den Kontext des Augenblicks. Mit Fotografien kann man beschönigen und lügen und man kann darstellen und zeigen, was ist. Bilder erzählen Geschichten. [mehr]
Redaktion
189 | Februar 2015

Mission Statement

Anschläge wie auf "Charlie Hebdo" haben das Ziel, einen freien Geist und die Toleranz zu vernichten sowie Angst zu schüren. Wir wollen und werden unser Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit nicht aufgeben. Deshalb stehen wir für die Freiheit des Wortes und des Publizierens ein. Wir unterstützen die Kampagne zur Pressefreiheit der Zeitschriftenverleger sowie die Solidaritätsaktion "Wir sind Charlie" des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. [mehr]
BROSE, Thomas
188 | Januar 2015

METROPOLIS als Dokument der Moderne

Über Glaube, Gesellschaft und Großstadtleben

Metropolis, der berühmteste aller deutschen Filme, ist ein einzigartiges Dokument der Moderne. Er inszeniert eine Zukunftswelt, bezieht sich im Kern jedoch auf die jüdisch-christliche Tradition und zeigt dabei, dass sich das Schicksal urbaner Ballungsräume und Agglomerationen nicht zuletzt im ethisch-religiösen Bereich entscheidet. In den Megacitys von heute und morgen geht es ums Ganze. Wie ein Magnet hat der Film Metropolis die geistigen Energien einer ganzen Epoche an sich gezogen, miteinander reagieren lassen und dabei die Vision einer gewaltigen Megalopolis hervorgebracht. In ihr ragen Wolkenkratzer gen Himmel, Flugzeuge kreisen über der City, Autos durchfluten die Straßen, Hochbahnen schlängeln sich über gewagte Brückenkonstruktionen. Alles ist auf Effizienz ausgerichtet. Metropolis’ Skyline ist längst nicht mehr – wie in traditionellen Metropolen – von Kirchen und Kathedralen geprägt, sondern wird von einem gigantischen Monument beherrscht: dem Neuen Turm Babel. Dass der berühmteste aller deutschen Kinofilme nach seiner Uraufführung im Jahr 1927 Anfang 2010 seine zweite Weltpremiere erlebte, ist – bisher wissenschaftlich kaum gewürdigt – ein geistiges Ereignis ersten Ranges. Denn seine Wiederaufführung vor dem Brandenburger Tor mitten im Kraftfeld des wiedervereinigten Berlin enthält eine anthropologische, sozialethische sowie philosophisch-theologische Signatur, die es für den Diskurs der Gegenwart zu entziffern gilt. [mehr]