Hoppe, Felicitas
167 | Mai 2013

Und weil sie nicht gestorben sind ...

"Das Märchen ist die reinste Gegenwart."


Erzähl mir doch keine Märchen! Denn wer Märchen erzählt, ist nostalgisch, auf alte Zeiten aus, die nur die besseren waren, weil es sie sowieso niemals gab, auf verlässliche Ordnungen, überkommene Hierarchien, auf die Hand der Prinzessin, auf die Kutsche des Königs, auf Zauberspruch und Magie und auf den Wunsch nach dem guten Ende, mit anderen Worten: Auf Wirklichkeitsflucht.    In Wahrheit verhält es sich aber anders. Zweihundert Jahre nach Erscheinen der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm macht das Wiederlesen deutlich, dass hier so gut wie gar nichts in Ordnung ist, von Romantik zu schweigen. Denn wer Märchen erzählt, erzählt, gegenläufiger Meinung zum Trotz, keine Märchen, sondern die Wahrheit. ______________ Der Text von Felicitas HOPPE lief in seiner Originalfassung zum Muttertag (12. Mai 2013) in NDR-KULTUR. Dort kann man ihn als Podcast aufrufen und nachhören. Hinweisen möchten wir auch auf die Internetseite http://www.GRIMMS.de Dort findet man vielfältige Hinweise zu Veranstaltungen und Ausstellungen rund um das Thema "Märchen" und zu den Brüdern GRIMM. [mehr]
Rainer, Ulrike
166 | Mai 2013

Life in the United States - 3

Wir zahlen keine Steuern, wenn wir nicht mitreden dürfen!


Anfänglich deutete nichts darauf hin, dass die Bewohner der dreizehn Kolonien sich je auf irgendetwas einigen könnten. Sie waren ein zänkisches Volk, das nichts lieber tat, als einander vor Gericht zu schleppen und sich in religiösen Pamphleten, des wahren Glaubens unfähig, zu beschimpfen. [...] Aber wenn man nicht gerade stritt, baute man Bibliotheken, widmete sich der Verbesserung der Landwirtschaft und des Strafgesetzes, versuchte öffentliche Trunkenheit auszumerzen und Immigranten zu helfen. Hier sehen wir bereits die Tendenz, sich selbst, den Nachbarn und am besten gleich die ganze Welt bessern zu wollen, die sich bis heute hält und Außenstehende (manchmal) nervt. [mehr]
Schulte, Christoph
165 | Februar 2013

1913 - 2013

Ein Blick in die Geschichte und auf die Gegenwart


Ausgehend von dem neuen Buch - "1913 - Der Sommer des Jahrhunderts" - des Journalisten und Kunsthistorikers Florian Illies befasst sich Christoph Schulte in seinem Text mit Phänomenen unserer Zeit wie zum Beispiel dem durch die neuen Medien, SMS und Twitter bedingten "Aktionismus-Rhythmus der Gesellschaft". Schultes Text ist eine Aufforderung, sich nicht nur angesichts von Beschleunigung und fehlender Work-Life-Balance über unsere Zeit Gedanken zu machen. Er geht der Frage nach, was uns - auch im Rückblick auf 1913 - heute Sorgen machen sollte. Und er macht bewußt, dass ein Blick zurück, ein Blick in die Geschichte wichtig ist für unser Leben und unsere Zeit, die zuweilen weder für Reflexion noch für Kontemplation etwas übrig zu haben scheint. Mit freundlicher Genehmigung von Christ in der Gegenwart und Christoph Schulte bringen wir den Beitrag "1913 - 2013". Quelle: CHRIST IN DER GEGENWART (Nr. 8/2013, www.christ-in-der-gegenwart.de) [mehr]
Rainer, Ulrike
164 | Februar 2013

Life in the United States - 2

Auf diesen unseren gebeugten Rücken: zum Reichtum und Wohlstand einer Nation


Sklaverei ist unabänderlich mit der Geschichte der Vereinigten Staaten verbunden. Historiker haben ganze Arbeit geleistet, um von unterschiedlichsten Gesichtspunkten aus diese immerhin fast 300 Jahre anhaltende Institution zu erforschen. Im Anfang war der Sklavenhandel fest in portugiesischer und spanischer Hand. Er begann 1501, als die ersten Afrikaner in Santo Domingo ankamen, um auf den Zuckerplantagen zu schuften. Doch England ließ nicht lange auf sich warten, denn schon 1562 konnte John Hawkins mit seiner menschlichen Fracht hohen Gewinn verbuchen. Zwischen 1500 bis 1550 verschleppten die Europäer ungefähr 2000 Afrikaner pro Jahr, eine Zahl, die sich in den folgenden fünfzig Jahren verdoppelte. Die Nachfrage nahm zu, und um 1700 waren es bereits jährlich 23.000. Man schätzt, dass über die Jahrhunderte 11 bis 12 Millionen Menschen unfreiwillig verschifft wurden, ...
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Kiss, Endre
163 | Februar 2013

Globalisation und Globalisationstheorie in der Philosophie der Gegenwart


In diesem Beitrag geht es um die Globalisierung und die Theorie der Globalisierung. Es geht um die Frage, wie eine solche Globalisierungstheorie aussehen kann. Es geht auch darum, dass angesichts neuer geschichtlicher Gegebenheiten wie der Globalisierung Theorien und "ganze methodologische Richtungen und Familien (...) ihre Glaubwürdigkeit auf einen Schlag einbüssen (können), auch wenn sie einzeln überhaupt nicht zur Verantwortung gezogen werden können, während auf der anderen Seite bisher unerprobte, marginale oder sogar für zweifelhaft gehaltene Ansätze ins Zentrum des methodologischen Interesses rücken können." Sicher ist aber, dass es einer philosophischen Theorie der Globalisierung bedarf, die beides umfasst - die ökonomischen wie auch die sozialen Aspekte. Denn ökonomisch betrachtet, scheint die Globalisierung ein Erfolg zu sein, sozial betrachtet kann sie aber als verheerend beschrieben werden. [mehr]